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Peer-Gespräche in der Schule

Beobachtungen zum mündlichen Sprachgebrauch im Spannungsfeld zwischen Institution und Identitätsentwicklung im Jugendalter

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Benjamin Könning

Peer-Gesprächen in der Schule wird von Erwachsenen gemeinhin wenig Beachtung geschenkt. Was aus Perspektive mancher Erwachsener wie belangloser Small-Talk unter Jugendlichen erscheint, erweist sich aus Sicht der Gesprächsforschung als hoch funktional im Schulalltag. Der Band präsentiert analytische Einblicke in Gesprächsaufnahmen von Schülerinnen und Schülern im Schulalltag verschiedener Schulformen und Altersstufen. Das Buch liefert neue Erkenntnisse über das Gesprächsverhalten, Positionierungsaktivitäten, Themenfelder sowie jugend- und institutionstypische Ausdrucksweisen der untersuchten Gespräche.

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8. Übergeordnete Stilmerkmale

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Allen gängigen aktuellen Definitionen von Stil ist gemein, dass sie sich auf größere Texteinheiten (und in der Mehrheit konzeptionell schriftliche Texte) und nicht auf einzelne sprachliche Phänomene beziehen (vgl. Eroms 2008: 13). Der für dieses Kapitel zugrunde gelegte Stilbegriff ist jedoch weniger normativ zu verstehen als traditionelle Konzepte vom „guten Stil“ in der Schriftsprache, die sich zumeist mit der Einhaltung von Sprachnormen und deren bewusster Durchbrechung in bestimmten Textsorten auseinandersetzen (ebd.: 16), sondern als Zusammenschau von markanten sprachlichen Charakteristika zu verstehen, die einen bestimmen (sozialen) Zweck erfüllen. Die im nächsten Kapitel für das vorliegende Korpus beschriebenen Stile bzw. Stilelemente knüpfen daher beschreibend an die Ethnomethologie (s. Kap. 4.2) in Bezug auf das Mündliche in der sozialen Interaktion an (vgl. z.B. Keim 2008).

Dabei werden verschiedene äußere, etisch (Androutsopoulos / Spreckels 2010: 199) gesetzte Parameter analytisch in den Fokus gerückt, um diese auf Stilelemente im Hinblick auf das vorliegende Korpus zu untersuchen. Zunächst werden situations- und institutionsbedingte Aspekte betrachtet (Kap. 8.1), sodann werden einige soziale Variablen (Geschlecht, Schulform, Alter, Deutsch als Zweitsprache, Region) untersucht (Kap. 8.2), bevor einige – in der Einzelsituation durch die Tonaufnahmen flüchtig festgehaltene – gruppenspezifische Merkmale zusammengefasst werden sollen (Kap. 8.3).

Bereits Glindemann (1981: 223) konstatiert, dass sich insbesondere die institutionellen Rahmenbedingungen auf die Spezifik von Pausengesprächen auswirken, die als prototypische Form von Peerkommunikation angesehen werden können. Die verschiedenen sprachlichen Praktiken in der Schule sind durch die Institution Schule und...

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