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Das Kulturgutschutzgesetz und der Kunsthandel – Eine theoretische ökonomische Analyse der Auswirkungen der Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes auf die Akteure am deutschen Sekundärmarkt für Kunst

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Niklas Gebauer

Die Publikation analysiert das Kulturgutschutzgesetz (KGSG) vom 6.8.2016 aus ökonomischer Perspektive. Im Fokus stehen die Kunstintermediäre des Sekundärmarktes. Maßstab für die ökonomische Analyse des KGSG ist der Telos des Gesetzes. Primäre Gesetzesziele sind mitunter die Beschränkung des illegalen Handels, die Verbesserung des Abwanderungsschutzes und die Stärkung der Rechtssicherheit. Insbesondere nationale Kulturgüter, also gemäß § 6 KGSG u.a. jene, die in ein Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes eingetragen sind, sollen durch das KGSG wirksamer geschützt werden. Im Vordergrund der Analyse steht die kulturökonomische Betrachtung der Gesetzgebung und die Identifikation möglicher adverser Effekte, die durch die Bestimmungen des KGSG entstehen könnten.

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§ 1 Einleitung

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§ 1Einleitung

I.Einführung

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Internationalisierung des Kunstmarktes zunehmend beschleunigt, sodass dieser heutzutage als globalisierter Markt gilt.1 So hat sich beispielsweise das Exportvolumen von „works of art“2 aus der gesamten EU in Drittstaaten3 von 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2014 erhöht.4 Dies ist auch darin begründet, dass weltweit, insbesondere im oberen Preissegment, nur ein kleiner Kreis an potenziellen Nachfragern und Anbietern existiert und folglich der Handel zwischen diesen Marktteilnehmern weltweit getätigt wird.5 Trotz der Globalisierung des Kunstmarktes spiegeln sich auch nationale Einflüsse im Kunstmarkt wider. Ein solcher nationaler Einfluss ist das novellierte „Gesetz zum Schutz von Kulturgut“6, welches am 6.8.2016 in Kraft getreten ist und Kulturgüter wirksamer schützen soll, als dies bisher der Fall war. Die Notwendigkeit und Bedeutung des Kulturgüterschutzes ist universal anerkannt7: „Kulturgüterschutz mag als unabdingbarer Bestandteil und wesentliches Merkmal einer Zivilisation gelten.“8 Die breite Akzeptanz von Kulturgutschutz spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass das KGSG ohne Gegenstimme im Juni 2016 vom Bundestag verabschiedet wurde.9

Die Definition des Begriffs „Kulturgut“ im Kontext des KGSG lautet: „Jede bewegliche Sache oder Sachgesamtheit von künstlerischem, geschichtlichem oder archäologischem Wert oder aus anderen Bereichen des kulturellen Erbes, insbesondere von paläontologischem, ethnographischem, numismatischem oder wissenschaftlichem Wert.“10 Es muss sich folglich um Sachen, also körperliche Gegenstände gemäß § 90 BGB, handeln, und diese müssen dem kulturellen...

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