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Von «schöner Vielfalt» zu prekärer Heterogenität

Bildungsprozesse in pluraler Gesellschaft

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Edited By Bettina Brandstetter, Franz Gmainer-Pranzl and Ulrike Greiner

Dieser Sammelband mit Beiträgen der interdisziplinären Tagung «Von ‹schöner Vielfalt› zu prekärer Heterogenität» (Universität Salzburg, 2017) fragt danach, wie Bildungsprozesse in einer pluralen Gesellschaft möglich sind. Die entscheidende Herausforderung ist nicht eine «schöne Vielfalt», sondern eine prekäre Heterogenität, die den Zusammenhalt und die Verständigung in der gegenwärtigen Gesellschaft in Frage stellt. Ein zentrales Ergebnis dieser interdisziplinären Auseinandersetzung besteht in der Erkenntnis, Heterogenität als Chance zu sehen und Bildungsprozesse im Kontext (inter-)kultureller und sozialer Spannungen zu ermöglichen. Bildung heißt, sich verschiedenen, ja widersprüchlichen Erfahrungen und Lebenskontexten zu stellen und von daher eine neue Qualität von Wissen, Kritikfähigkeit und Lernkompetenz zu entwickeln.

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Strukturelle Heterogenität und fragmentierende Entwicklung: Zur Relevanz eines entwicklungspolitischen Konzepts für die Analyse neoliberaler Globalisierung (Stefanie Hürtgen)

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Stefanie Hürtgen

Abstract: This contribution discusses structural heterogeneity as a current theoretical spatial concept for today’s globalisation debate. Structural heterogeneity itself is a relatively long-standing developmental concept; it describes the local and regional social spatial division between the economic, work and life contexts as integral parts and forms of the integration of the Global South into the capitalist global economy. Previously it was widely believed that commercial growth does not necessarily have to go hand in hand with social development. This contribution illustrates the fact that, and the way in which, this concept can be linked with current geographical discussions of globalisation and growth, with the result that social spatial polarisation becomes visible as a North-South developmental logic of present-day neo-liberal globalisation.

Keywords: structural heterogeneity, methodological nationalism, Global South, transnationalisation, glocalisation

In der Ökonomietheorie ist der Begriff „strukturelle Heterogenität“ eng mit kritischen entwicklungspolitischen Debatten vor allem der 1970er und 1980er Jahre verbunden. Das Konzept war zentral, um sogenannte „Unterentwicklung“ im Globalen Süden begrifflich zu fassen, allerdings in einer anderen Perspektive, als es die vorherrschende politische und wissenschaftliche Meinung verbreitete. „Unterentwicklung“ war hiernach nicht das Resultat mangelnder ökonomischer oder sozialer Ressourcen und Kompetenzen seitens der Länder des Globalen Südens, sondern Bestandteil einer dominanten globalen Produktionsweise, in der soziale, ökologische und ökonomische Verwerfungen die Kehrseite der „entwickelten“ Industrieproduktion, des Konsumniveaus und sozialen Wohlstandes im Globalen Norden darstellten. In diesem Sinne sprach André Gunder Frank von Entwicklung als „Entwicklung der Unterentwicklung“1...

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