Show Less
Restricted access

Von «schöner Vielfalt» zu prekärer Heterogenität

Bildungsprozesse in pluraler Gesellschaft

Series:

Edited By Bettina Brandstetter, Franz Gmainer-Pranzl and Ulrike Greiner

Dieser Sammelband mit Beiträgen der interdisziplinären Tagung «Von ‹schöner Vielfalt› zu prekärer Heterogenität» (Universität Salzburg, 2017) fragt danach, wie Bildungsprozesse in einer pluralen Gesellschaft möglich sind. Die entscheidende Herausforderung ist nicht eine «schöne Vielfalt», sondern eine prekäre Heterogenität, die den Zusammenhalt und die Verständigung in der gegenwärtigen Gesellschaft in Frage stellt. Ein zentrales Ergebnis dieser interdisziplinären Auseinandersetzung besteht in der Erkenntnis, Heterogenität als Chance zu sehen und Bildungsprozesse im Kontext (inter-)kultureller und sozialer Spannungen zu ermöglichen. Bildung heißt, sich verschiedenen, ja widersprüchlichen Erfahrungen und Lebenskontexten zu stellen und von daher eine neue Qualität von Wissen, Kritikfähigkeit und Lernkompetenz zu entwickeln.

Show Summary Details
Restricted access

Archaisierende Männlichkeiten, Antiislamismus und der Körper der Frauen (Gabriele Sorgo)

Extract

Gabriele Sorgo

Abstract: This contribution interprets discourses on the theme of the prohibition of headscarves as a phenomenon of competing concepts of masculinity. Cultural racist discussions of headscarves and veils implicitly thematize the distinction between pre-modern and modern accumulation strategies in patriarchal societies. This seeks to supersede the idea that in Western secular societies female bodies still serve as representative of male territorial power. At the same time, current discourses imply a social transformation. Aspects of pre-modern patriarchal gender arrangements are introduced, now more than ever, into the late modern gender hierarchy under the pretext of protecting women’s rights.

Keywords: anti-Islamism, concepts of masculinity, identity politics, sexual fantasies of omnipotence, father images

Seit der Jahrtausendwende haben rechtspopulistische Parteien in Österreich, der Schweiz und Deutschland zunehmend Heimat und Religion als Themen im Wahlkampf aufgegriffen. Obwohl sie gendergerechte Sprache heftig bekämpfen, wollen sie doch die europäischen Frauen gegen den Islam verteidigen. In ihren Aussagen vermischt sich ein undifferenzierter antiislamischer Diskurs mit solchen über geschlechtsspezifische Ungleichheiten.1 Leider gelingt es diesen Parteien, die europäischen Nationen auf Kosten der muslimischen Migranten – denn nur Männer werden als Täter beschuldigt – vom Vorwurf der Benachteiligung von Frauen reinzuwaschen. Doch Statistiken zeigen, dass in Österreich Frauen im Durchschnitt für jede Arbeitsstunde um 22 % weniger erhalten als Männer und dass im Durchschnitt die Pensionen der Frauen brutto um 41 % unter jenen von Männern liegen.2 Die antiislamischen Diskurse thematisieren jedoch nicht die Berufschancen, sondern ausschlie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.