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Von «schöner Vielfalt» zu prekärer Heterogenität

Bildungsprozesse in pluraler Gesellschaft

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Edited By Bettina Brandstetter, Franz Gmainer-Pranzl and Ulrike Greiner

Dieser Sammelband mit Beiträgen der interdisziplinären Tagung «Von ‹schöner Vielfalt› zu prekärer Heterogenität» (Universität Salzburg, 2017) fragt danach, wie Bildungsprozesse in einer pluralen Gesellschaft möglich sind. Die entscheidende Herausforderung ist nicht eine «schöne Vielfalt», sondern eine prekäre Heterogenität, die den Zusammenhalt und die Verständigung in der gegenwärtigen Gesellschaft in Frage stellt. Ein zentrales Ergebnis dieser interdisziplinären Auseinandersetzung besteht in der Erkenntnis, Heterogenität als Chance zu sehen und Bildungsprozesse im Kontext (inter-)kultureller und sozialer Spannungen zu ermöglichen. Bildung heißt, sich verschiedenen, ja widersprüchlichen Erfahrungen und Lebenskontexten zu stellen und von daher eine neue Qualität von Wissen, Kritikfähigkeit und Lernkompetenz zu entwickeln.

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Die Wahrheit Gottes in den Zwischenräumen suchen. Über die Epistemologie interkultureller Theologie (Claudia Jahnel)

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Claudia Jahnel

Abstract: The metaphor of the “interstice”, which has been adopted by intercultural theology and cultural studies, articulates a fundamental criticism of a positivist conception of science and universalist claims to truth. “Interstices” elucidate the fact that people cannot be tied to “firm roots” and “unalterable identities”, but that they are constantly arranging and rearranging their differences and similarities within their zones of contact. This also applies to the concept of truth found in Christian theology, for which regional epistemologies have taken on ever greater importance. Accordingly, intercultural theology is developing a critical, agency-oriented epistemology, which seeks “the truth about God” in the cultural, social and existential interstices. However, this endeavour does not imply some kind of relativism, but rather the quest to contribute, in the context of plurality and heterogeneity, to orientation and understanding.

Keywords: intercultural theology, interstices, epistemology, identity, truth

Am Ende seines Aufsatzes „Verbreitung der Wahrheit oder interkulturelle Theologie“, der grundsätzliche Erwägungen zur Frage der Umbenennung des Faches Missionswissenschaft in „Interkulturelle Theologie“ und zur Bedeutung der Wahrheitsfrage anstellt, resümiert der katholische Theologe Robert Schreiter mit einem leidenschaftlichen Appell:

Interkulturelle Theologie ist mehr als eine Beschreibung von Beziehungen zwischen Kulturen, sie muss die Wahrheit von Gottes Gegenwart in unserer Welt aufzeigen und bezeugen. Die bezeugte Wahrheit wird wahrscheinlich eher narrativer als propositioneller Form sein. Sie wird sich mehr in den Zwischenräumen zeigen, in den Momenten der Schwäche und des Leidens innerhalb einer Kultur mehr...

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