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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Differenzierung des Gehirns und der Logik

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Wenn sich das Anliegen, etwas zum Verlauf des Denkens im Jung-Paläolithikum auszusagen, auch erst einmal recht spekulativ anhört, ergeben sich bei etwas Überlegung doch eine ganze Reihe von plausiblen Hinweisen für die Veränderung der Logik, die an Funden ablesbar sind. Das gilt natürlich noch mehr für die viel später folgende schriftliche Zeit. Alte Texte sind diesbezüglich zum Teil intensiv analysiert, so durch Bruno Snell oder Wolfgang Schadewaldt die Texte Homers, aus denen Letzterer gar zwei Autoren herausliest. Snell hat beispielsweise gezeigt, wie in der Zeit der Griechen der grammatikalische Artikel als Beleg für die Schaffung des Begriffs entsteht, aus irgendeinem Baum wird: der Baum als Typus für die Gattung. Für das Denken ist das ein großer Schritt, aus (einem Wald von) Bäumen, die da als einzelne zusammenstehen oder auch abgesondert, sich eine Gattung für recht verschiedene Formen mit einer gemeinsamen Grundstruktur als Kategorisierung vorstellen zu können. So wird die Umwelt leichter verständlich. Sicherlich konnte das irgendwo bereits früher einmal ausgebildet worden sein; jedenfalls blicken wir auf recht junge Fähigkeiten, darf wohl geschlossen werden, die sich kaum schon am Göbekli Tepe fanden.

Und das geschah noch in einer Zeit voller handelnder Gött¡nnen, die die Pfeile oder Speere der menschlichen und halbgöttlichen Helden führen; in der Ilias. Eine Zeit, in der wenig später vom an Götter glaubenden Aristoteles ein erster komplexer Versuch gedacht werden kann,...

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