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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Frühe Höhlenmalerei und Kognition

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Betrachten wir einmal großzügig die erste Hälfte des Jung-Paläolithikums als jene Zeit der Ausentwicklung der neuen kommunikativen Fähigkeiten bis zur Sprech-Sprache, dann blicken wir dennoch auf recht geringe kognitive Fähigkeiten. Wenn es auch differente Gruppierungen gegeben haben wird, die einen lernten schneller als andere, lassen die archäologischen Funde keine herausragende Kognition erkennen; sie sind bis zur Zeit der wachsenden Siedlungen gleichförmig simpel und übersteigen die Qualität der Frühmenschen noch wenig. Die Zeichnungselemente der Höhlenmalerei sind in meiner Vorstellung als analog zu alltäglichen Kenntnissen der Kommunikation zu verstehen. Sie können ja nicht nennenswert vom generellen Niveau der Kognition entfernt gewesen sein, selbst wenn mal besonders begabte Leute malten. Dies wird bei der Beschäftigung mit den Bildern auch schnell deutlich. Sie sind, im Gegenteil, ein wichtiger Beleg für einfaches Denken.

Wie es bereits in der frühen Höhlenforschung und ebenso in der Anthropologie über Bilder einfacher rezenter Wildbeuter¡nnen und Landbau-Gemeinschaften manchmal verstanden wurde, kommen die Analysen schnell zur Qualität von Kinderzeichnungen. Obwohl heute Kinder mit einer Fülle von Bildern aufwachsen, muss die Logik des frühen Lernens in der Ontogenese schrittweise ausgebildet werden. Dennoch gibt es Unterschiede zur Steinzeit und selbst solche zwischen städtischen und ländlichen Gebieten, etwa im heutigen Ägypten, wobei auch an das Fernsehen zu denken ist. Vor allem waren es wohl Erwachsene, ob Frauen oder Männer wissen wir nicht, die in den Höhlen malten,...

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