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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Zum humanen Gehirn

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Ist das humane Gehirn seit der Zeit, mit der diese Untersuchung beginnt, immer gleich geblieben? Biologisch sprechen – wie erwähnt – primär zwei Entwicklungen dafür: erstens war bereits vor etwa 300.000 Jahren, wie aktuelle Ausgrabungen in Nordafrika zeigen, die hohe Stirn bei Sapiens zu einer äußerlichen Veränderung gegenüber Frühmenschen geworden. (MPF, 2.2017) Hinter der hohen Stirn entstand mit dem Präfrontalen Kortex der wichtigste Teil unseres Gehirn für die Sozialität; er ist relativ deutlich grösser als bei allen anderen Lebewesen. (Affentranger; Rösler) Weitere neue Studien sagen uns zweitens, erst vor etwa 35.000 Jahren habe Sapiens die vollständige Kugelform des zuvor noch flacheren und nach hinten ausladenden Schädels ausgebildet. (Neubauer u. a.) Es ist, nach dem neueren Wissen über die Funktion unseres Gehirns, kaum vorstellbar, dies sei nur eine äußerliche Veränderung gewesen; mit Lucy wurde darauf verwiesen.

Ich spreche zur historischen Unterscheidung für diese ganz frühe Zeit von prä-bewusster Kognition und vom Typus der Älteren Wildbeuter¡nnen. Erst größere Siedlungen jener frühen Wildbeuter¡nnen, die ab vor gut 20.000 Jahren die Menschen als generell sesshaft zeigen, machen eine nennenswerte sprachliche Reflexion nötig, die die Jüngeren Wildbeuter¡nnen ausbilden. Die riesigen Bauten am Göbekli Tepe belegen dann eine Kognition mit grammatikalisch weit ausgeprägter Sprache, der Fähigkeit zur (religiösen) Erzählung und der des komplexen Planens, um die offenkundig als Gottesfiguren verstandenen Pfeiler begründen und errichten...

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