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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Sozial-differenzierte Gemeinschaft

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vom Göbekli Tepe, ergänzt kulturell deutlich die Jüngeren Wildbeuter¡nnen und damit die schneller werdende Entwicklung der Typen von Lebensweisen während des Jung-Paläolithikums und des Nahen Ostens. Die Kulturgemeinschaft, die das Geistige Zentrum vom Göbekli Tepe religiös konzipieren, planen und bauen konnte, hatte vielleicht ihren Hauptort unter der Altstadt des heutigen Şanlıurfa, meint Schmidt. Größere Siedlungen wurden deutlich früher in der weiteren Umgebung gefunden, ebenso ein nur wenig jüngeres Verkehrsnetz in dessen Nähe. (Michael Roaf; Fiona Coward)

Die Bauten des Geistigen Zentrums sind vergrößerte Formen der damals allgemein verwendeten Rundhütten, wie sie bereits in Gönnersdorf und anderswo bestanden. Allerdings meint auch Schmidt, jene Monumente waren ohne Dach geplant. In manchen frühen Mythen wird die Welt durch den Wind oder Berge, auch Masten oder Geistwesen, in Erde und Himmel getrennt, etwa in Mesopotamien durch Zikkurats, oder in Ägypten, wo die Göttin Nut wie ein Tier stehend selbst zum Himmel wird, um Platz für menschliches Leben zu schaffen. Die beiden Hauptgötter am Göbekli Tepe – spekuliere ich deshalb – stützen kein Dach, sondern sie tragen den Himmel, damit Leben unter ihm Platz hat.

Das rasche und für die Menschen fühlbare Ende der Eiszeit ab vor 14.000 Jahren hatte die Nahrungssituation deutlich verändert. (Schyle/ Uerpmann) Ein neues Denken wurde nötig, um dieser Situation gewachsen zu sein, das ich mit dem Bau des Göbekli Tepes als...

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