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Interdisziplinäres Kolloquium zur Geschlechterforschung

Die Beiträge- Interdisziplinäre Dispute um Methoden der Geschlechterforschung

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Edited By Ilse Nagelschmidt, Kristin Wojke and Britta Borrego

«Nun meine ich, dass es überhaupt nicht selbstverständlich ist, das Geschlechterverhältnis und damit auch die ‘Konstruktion von Geschlecht’ auf Identitätsfestschreibungen zurückzuführen. Oder nochmals anders ausgedrückt: Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, die Entstehung von Ungleichheit auf Prozesse der Vereigenschaftlichung resp. Verkörperung zurückzuführen, die Konstruktion von Geschlecht als Zuschreibung, ja, Geschlecht überhaupt als Identität zu denken. Ich möchte deshalb im Folgenden der Frage nachgehen, ob die allzu selbstverständliche Annahme, dass Geschlechtersegregation primär mit geschlechterstereotypisierenden Zuschreibungen erklärt werden kann, heute so noch stimmt. Meines Erachtens folgt diese Annahme, an der sich zunehmend die gesamte Geschlechterpolitik orientiert, jener kulturalistischen Verkürzung des Gender-Begriffs, der sich im Zuge des Cultural turns gegenwärtig in den Gender Studies des gesamten deutschsprachigen Raums etabliert.» Tove Soiland (in diesem Band)
In diesem zweiten Band der Leipziger Gender-Kritik-Reihe führt die Diskussion über die Konstruiertheit der Geschlechter interdisziplinäre Beiträge um theoretisch-methodische Fragen und pragmatische Zugänge der aktuellen Geschlechterforschung zusammen. Hier werden Referate aus Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaft versammelt, die am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig (FraGes) anlässlich der jährlichen Kolloquien von 2007 bis 2009 gehalten wurden.

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Feminisierung der Schule. Die Debatte um Entlohnung am Körper und Professionalität von Lehrerinnen in der Schulpädagogik

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87 Feminisierung der Schule. Die Debatte um Entlohnung am Körper und Professionalität von Lehrerinnen in der Schul- pädagogik Barbara Drinck Am 2. April 2008 wurde ein Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit dem Titel „Starke Kinder brauchen Männer und Frauen im Bildungs- wesen“108 in den Sächsischen Landtag eingebracht. Dieser Antrag verdeutlicht die Dringlichkeit, mit der die so genannte „Feminisierung“ besonders des Vor- schul- und Grundschulbereichs problematisiert wird. Im Antrag heißt es, vor al- lem Jungen litten unter dem fehlenden Männeranteil in der Schule. aus: Gender-Datenreport109, Daten des Statistischen Bundesamtes von 2004 Die o.a. Tabelle verdeutlicht die Überrepräsentanz von Lehrerinnen vor allem im Kindergarten, der Grundschule, im gesamten Bereich der Sekundarstufe I und in der Förderschule. Diese wird als Benachteiligung der Jungen gesehen. Alle politischen Parteien sind sich einig darin, gegen die Abwanderung von männlichen Lehrkräften aus der Grundschule (in Sachsen sind es unter 3%), der 108 Antrag "Starke Kinder brauchen Männer und Frauen im Bildungswesen" (Drs. 4/8689): http://www.gruene-fraktion sachsen.de/fileadmin/user_upload/Antraege/4_Drs_8689_1_1_3_.pdf 109 2005, 1.4.4 Lehrkräfte. 88 Hauptschule und der Mittelschule anzutreten. Leider wurde diese Diskussion bald zur Anklage. Das gängige Argument beginnt mit der Warnung, es müsse et- was gegen die Übermacht der Frauen getan werden. Niemand bestreitet, dass Männer als Lehrer wichtig sind. Aber ob Männer tatsächlich von Frauen aus dem Schuldienst verdrängt werden, ist zu hinterfra- gen. Im Antrag...

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