Show Less

Der Umgang mit überzähligen Embryonen in Deutschland und Südkorea

Series:

Min Su Choi

Der Umgang mit überzähligen Embryonen, die nach einer In-vitro-Fertilisation entstanden sind, aber nicht mehr für eine Schwangerschaft benötigt werden, beherrscht seit einigen Jahren die gesellschaftliche Debatte. Umfang und Grenzen des Schutzes menschlicher Embryonen werden kontrovers diskutiert. An dieser Stelle treten viele verfassungsrechtliche und zivilrechtliche Probleme hinsichtlich des Status der Embryonen in vitro auf. In dieser Untersuchung werden durch Rechtsvergleichung zwischen Deutschland und Südkorea die Zulässigkeit der möglichen Verfahrensweise mit überzähligen Embryonen – Kryokonservierung des Embryos, Verwendung für medizinische und wissenschaftliche Forschung oder pränatale Embryoadoption – in beiden Ländern dargestellt und analysiert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Der dritte Teil: Der Umgang mit überzähligen Embryonen

Extract

115 + $!! , * %!& -* Um den Umgang mit menschlichen Embryonen zu verstehen, soll zunächst dar- gestellt werden, wie der menschliche Embryo in vitro gegenwärtig durch die einfachgesetzliche Regelung in Deutschland und Südkorea behandelt wird. Der Embryo in vitro wird in Deutschland durch das ESchG vom 13. Dezember 1990 geschützt. Das ESchG schließt die Forschung an Embryonen umfassend aus. Dies gilt sowohl für die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken als auch für die Verwendung von überzähligen Embryonen, die bereits zur Herbei- führung einer Schwangerschaft erzeugt worden sind, aber nicht mehr in die Ge- bärmutter implantiert werden können. Diese Rechtslage wurde von vielen For- schern als unbefriedigend empfunden. Der Bundestag hat schließlich nach lan- ger Diskussion am 25. April 2002 das „Gesetz zur Sicherstellung des Embryo- nenschutzes im Zusammenhang mit Einfuhr und Verwendung menschlicher embryonaler Stammzellen (Stammzellgesetz - StZG)“ verabschiedet. Dennoch wurde die Stammzellforschung in Deutschland wegen der Stichtagsregelung stark eingeschränkt, wonach nur embryonale Stammzelllinien eingeführt und verwendet werden dürfen, die vor einem bestimmten Stichtag gewonnen wurden. Dieser wurde unlängst mit 1. Mai 2007 neu festgelegt. Der Umgang mit Emb- ryonen in vitro in Südkorea wird durch das seit dem 1. Januar 2005 in Kraft ge- tretene „Gesetz über Bioethik und Sicherheit (BioEG)“ geregelt. Es handelt sich um die wesentliche rechtliche Regelung für den Umgang mit menschlichen Embryonen. Im Folgenden werden zunächst die einfachgesetzliche Regelung und deren Entstehungsgeschichte in Deutschland erläutert. Anschlie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.