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Kognitive Repräsentationen in der Grundschule

Befunde zur Interaktionsregulation im Unterrichtsalltag

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Barbara Thies

Schule ist eine zentrale Sozialisationsinstanz. «Lernen lernen» und Soziales Lernen sind relevante Ziele, die über die Lehrer-Schüler-Beziehung transportiert werden. Auf der Basis eines wahrnehmungspsychologisch fundierten Rahmenmodells stehen erste Schulerfahrungen und deren kognitive Verarbeitung sowie die ersten Ansätze kindlicher Interaktionsgestaltung im Grundschulbereich im Vordergrund und werden quer- und längsschnittlich untersucht. U. a. folgende Fragen werden analysiert: Wie bilden sich Schule und die Beziehung zur Lehrkraft kognitiv ab? Wie reflektieren Kinder ihre Rolle als Schulkind, wie erleben sie sich im Lebensbereich Schule? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Schullust und die Selbsteinschätzung schulischer Leistungsfähigkeit als zentrale Elemente?

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Teil II: Empirischer Teil 63

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II. Empirischer Teil Auf der Basis der aufgestellten Fragestellungen und der methodischen Vor- überlegungen werden im Folgenden die zentralen Befunde der drei Untersu- chungsreihen dargestellt. 6. Antizipierte relationale Schemata Im Zentrum dieses ersten Teils der empirischen Untersuchungsreihe stehen die interaktionsrelevanten Kognitionen von angehenden Lehrkräften im Sinne anti- zipierter relationaler Schemata (Fragestellung 1a), um grundsätzliche Überzeu- gungen über die Einflusswege wechselseitiger Interaktionsregulationen erheben zu können, die als Basis für die unter Postulat 1 erfassten relationalen bzw. interaktionalen Schemata (s. Kap. 4) betrachtet werden. Um eine potentielle Dif- fusion allgemeiner mit differentiellen Schemata zu vermeiden, wurden hier ex- plizit keine aktiven Lehrkräfte befragt. Es ist natürlich davon auszugehen, dass Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit oder aus Praktika hier Einfluss nehmen, da aber zum Zeitpunkt der Erhebung keine Unterrichtspraxis stattfand, ist zu- mindest die aktuelle Aktivierung spezifischer Problemlagen wenig wahrschein- lich. Erfasst werden verwendete Erziehungsmittel, die potentielle Beeinflussbar- keit der Lehrkraft durch die Schüler/innen sowie Aspekte der Kontrollierbarkeit des Unterrichtsgeschehens. Studierende des Grundstudiums bzw. des lehramtsvorbereitenden Bache- lorstudiengangs wurden als angehende Lehrkräfte mit einem strukturierten Inter- viewleitfaden (zum Messinstrument s. Kap. 5.1.1) in schriftlicher Form zu sechs verschiedenen Aspekten der Interaktionsregulation befragt (s. methodischer Teil) und konnten sich schriftlich frei äußern. Die Äußerungen wurden pro er- fragtem Inhaltsbereich notiert, anschließend wurden semantisch sehr ähnliche oder synonyme Äußerungen zu einer Unterkategorie zusammengefasst (die Dar- stellung in diesem Kapitel orientiert sich an dieser Ebene der Subsummierung, Unterkategorien mit weniger als 5 Nennungen werden...

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