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Spanische Phonetik und Phonologie

Segmente – Silben – Satzmelodien

Hugo Kubarth

Dieses Buch wendet sich an Studierende und Lehrende der Hispanistik und führt zunächst als wissenschaftliche Lautlehre von den Grundlagen der Ohren- und Instrumentalphonetik hin zu einer detaillierten Beschreibung des spanischen Lautsystems, die der Vielfalt segmentalphonologischer Ansätze ebenso Rechnung trägt wie typischen Ausspracheproblemen von deutschsprachigen L2-Lernenden. Der anschließende Prosodieteil bietet neben einer merkmalsgeometrischen Silbenphonologie und Phonotaktik eine autosegmental-metrische Analyse des Wortakzents sowie eine umfassende Intonationsgrammatik des Spanischen. Hörbeispiele zu allen im Buch vorgestellten standardspanischen Lauten und melodischen Mustern sind online frei verfügbar (www.uni-graz.at/hugo.kubarth).

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8 Der Wortakzent im Spanischen 173

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173 8 Der Wortakzent im Spanischen 8.1 Allgemeines Akzent wird ebenso wie span. acento in vielerlei Zusammenhängen gebraucht, angefangen von der Übertragung von Aussprachegewohnheiten, die das Ohr als fremd wahrnimmt – "habla con acento alemán" -, bis hin zur Schreibung, wo er als Sammelbegriff für Zusatzzeichen wie Hatschek (tschech. háček 'Häckchen'), Zirkumflex und Gravis (frz. diplôme, mère) oder Akut (span. sólo) gebraucht wird. Abseits der wenigen Fälle, in denen er bloß Homophone trennt (adv. sólo vs. adj. solo), verweist aber gerade der orthographische Akzent des Spanischen, die sogenannte tilde noch auf ein Drittes, um das es hier ausschließlich gehen soll, nämlich auf Betonung. Dahinter verbirgt sich zugleich auch der ursprüng- liche Wortsinn von Akzent, bedeutet die nach dem Vorbild des gr. prosōidíā ge- schaffene spätlateinische Ableitung accentus (" einklammert, müssen allerdings eine Randposition einnehmen, was als Peripheriebedingung bezeichnet wird. Geht man bei Oxytona wie móvil oder joven von bzw. aus, ist die peripherality con- dition (Hayes 1995:56-61) klarerweise erfüllt, und es ergibt sich: ω f f d mó vi jo ve Problematisch ist dagegen Harris´ Analyse der Antepänultimawörter. Mit dem Argument, dass im spanischen Assonanz- oder Vokalreim ángulo mit elástico und cédula mit intrépida reimen, also nur der letzte tontragende und der Final- vokal übereinstimmen müssen, wertet er die vorletzte Silbe als außermetrisch. Nun ist die rima asonante aber ein sehr spezieller Reimtyp - und auch die...

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