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Die Folter im Beweisverfahren der Leges Visigothorum

Chindasvinths Gesetzgebung im Spiegel der westgotischen Rechtsentwicklung

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Andreas Kimmelmann

Dieses Buch befasst sich mit der Folter im Beweisverfahren der Leges Visigothorum, namentlich der Gesetzgebung des westgotischen Königs Chindasvinth in diesem Bereich. Die Besonderheiten in Chindasvinths umsichtigen Folterregelungen werden auf ihre gesetzgeberischen Motive sowie eventuelle Vorbilder untersucht. Die Untersuchung zeigt vor allem eine weitgehende gesetzgeberische Eigenleistung Chindasvinths, die sich unabhängig von möglichen Vorbildern auf seine eigenen gesetzgeberischen und politischen Intentionen gründet.

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Einleitung 25

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25 Einleitung I. Gegenstand der Untersuchung Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit der Folter in den Leges Visigot- horum, namentlich der Gesetzgebung des westgotischen Königs Chindasvinth (642–653)1 in diesem Bereich, die, wie die Untersuchung zeigen wird, ohne Frage repräsentativ für das Thema ist. So waren insbesondere die Regelungen in Chindasvinths Gesetz LVis. VI, 1, 22 Anregung für die Beschäftigung mit diesem Thema, da dort besonders detailliert und ausgefeilt die Voraussetzungen geschildert werden, unter denen ein Freier ge- foltert werden darf. Unter diesen Voraussetzungen finden sich einige bemerkens- werte Besonderheiten, namentlich, dass eine Folter nicht mehr stattfinden darf, wenn der Beschuldigte bereits durch den Ankläger von den Vorwürfen erfahren hat. Diese und andere Besonderheiten in Chindasvinths Folterregelungen sollen auf ihre gesetzgeberischen Motive sowie eventuelle Vorbilder untersucht werden, die sich zum Teil in früheren Gesetzen des Liber Iudiciorum und sogar schon des Codex Euricianus wie auch in der Lex Romana Visigothorum finden werden. Einen Überblick über den historischen Hintergrund und die Entstehungsgeschichte die- ser Gesetze wird das zweite Kapitel geben. Unabhängig von möglichen Vorbildern geht diese Untersuchung jedoch von einer weitgehenden gesetzgeberischen Eigen- leistung Chindasvinths aus, die sich auch auf seine eigenen gesetzgeberischen und politischen Intentionen gründet und die bezweckt, die Folter zurückhaltender an- zuwenden und insbesondere falsche Anklagen einzudämmen. Unabhängig von der im ersten Kapitel anzusprechenden Definition des Be- griffs Folter wird sich diese Arbeit nur mit der Folter als Mittel im Beweisver- fahren befassen....

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