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Die strafrechtliche Bedeutung von Doping

de lege lata und de lege ferenda

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Moritz Glocker

Die Arbeit zeigt bestehende Möglichkeiten der Sanktionierung des dopenden Athleten sowie der sonstigen Beteiligten auf und geht auf prozessuale Besonderheiten und zu erwartende Konsequenzen bei der Schaffung eines Anti-Doping-Gesetzes ein. Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass Doping durch das Anspruchsdenken der Leistungsgesellschaft gefördert wird und dopende Athleten dabei Täter und Opfer sind. Durch Doping drohen den Athleten bereits jetzt strafrechtliche Sanktionen unter anderem wegen Betruges. Die am Doping Beteiligten können sich in erster Linie wegen Körperverletzung strafbar machen, da eine Einwilligung des Athleten in eine dopingbedingte Körperverletzung nicht möglich ist. Weitere legislative Bemühungen im Kampf gegen Doping stoßen beim Verfasser dagegen auf erhebliche Bedenken.

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1. Teil: Einleitung und Problemstellung 1

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Einleitung 1 1. Teil: Einleitung und Problemstellung A. Einleitung Doping ist im Leistungssport zu einer nahezu alltäglichen Erscheinung geworden.1 Dabei haben die zahlreichen Skandale der jüngeren Vergangenheit2 gezeigt, dass Dopinghandel und die Herstellung von Dopingpräparaten mittlerweile zu einem blühenden wirtschaftlichen Markt geworden sind. Deshalb lässt sich Doping auch nicht mehr nur auf die „Unvernunft“ einzelner Sportler schieben, sondern hat sich inzwischen zu einem, den sportlichen Wettkampf in seiner Gesamtheit gefährdenden Problem entwickelt. Zwar weisen die Jahresbilanzen der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) in den Jahren 2004 bis 2006 jeweils nur einen Anteil von weniger als 1% positiven Proben oder sonstigen Verstößen auf.3 Aber angesichts des im Vergleich zu den Standardkontrollen erheblich höheren Aufwandes, bestimmte Substanzen oder Methoden nachzuweisen,4 der professionellen Herstellung nicht oder nur schwer nachweisbarer Wirkstoffe,5 der Geständnisse diverser ehemals gedopter Sportler, die nie erwischt bzw. überführt wurden,6 sowie der diversen Be- richte ehemaliger oder noch aktiver Sportler, dass Dopingkontrollen problemlos umgangen, manipuliert oder vorhergesehen werden können,7 scheint die Dunkelziffer der dopenden Sportler jedoch um ein Vielfaches höher zu liegen. Das Wissen um eine bevorstehende Dopingkontrolle und die Fähigkeit, die zugeführten Substanzen rechtzeitig zu maskieren oder abzusetzen und auszuscheiden, führt dazu, dass nur mangelhaft aufgeklärte oder schlecht informierte Sportler überführt werden.8 Diese Vermutung wird auch von einer Studie des sportwissenschaftlichen Instituts der Universität des Saarlandes aus dem Jahr 2005 gestützt, bei der 418 deutsche Ka- derathleten...

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