Show Less

Die strafrechtliche Bedeutung von Doping

de lege lata und de lege ferenda

Series:

Moritz Glocker

Die Arbeit zeigt bestehende Möglichkeiten der Sanktionierung des dopenden Athleten sowie der sonstigen Beteiligten auf und geht auf prozessuale Besonderheiten und zu erwartende Konsequenzen bei der Schaffung eines Anti-Doping-Gesetzes ein. Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass Doping durch das Anspruchsdenken der Leistungsgesellschaft gefördert wird und dopende Athleten dabei Täter und Opfer sind. Durch Doping drohen den Athleten bereits jetzt strafrechtliche Sanktionen unter anderem wegen Betruges. Die am Doping Beteiligten können sich in erster Linie wegen Körperverletzung strafbar machen, da eine Einwilligung des Athleten in eine dopingbedingte Körperverletzung nicht möglich ist. Weitere legislative Bemühungen im Kampf gegen Doping stoßen beim Verfasser dagegen auf erhebliche Bedenken.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

4. Teil: Strafrechtliche Würdigung de lege lata 139

Extract

Strafbarkeit des Athleten 139 4. Teil: Strafrechtliche Würdigung de lege lata A. Strafbarkeit des Athleten Nachdem vorangehend sport- und zivilrechtliche Aspekte des Dopings erläutert wurden, soll im Folgenden auf dessen strafrechtliche Bedeutung eingegangen wer- den. Dabei soll entsprechend dem Titel der vorliegenden Arbeit sämtlichen einschlä- gigen Tatbeständen des Strafgesetzbuches (StGB) und deren sich bei der Bearbei- tung im Zusammenhang mit Doping beim Menschen1019 ergebenden Besonderheiten ausführlich Rechnung getragen werden. Da der Athlet grundsätzlich im Mittelpunkt des sportlichen und gegebenenfalls auch des entsprechenden juristischen Gesche- hens steht, soll dessen Strafbarkeit zuerst untersucht werden. Grundsätzlich werden Athleten zwar primär durch verbandsinterne Regelungen und deren Sanktionsmög- lichkeiten bestraft,1020 darüber hinaus können sie sich aber eventuell auch wegen Verstoßes gegen gesetzliche Bestimmungen des Strafgesetzbuches strafbar ma- chen.1021 Dabei muss angesichts der Tatsache, dass es in Deutschland im Gegen- satz zu manch anderen europäischen Ländern1022 noch kein spezielles Anti-Doping- Gesetz gibt und wohl auch in absehbarere Zeit nicht geben wird, diese Untersuchung auf die Strafbarkeit nach dem Strafgesetzbuch und den strafrechtlichen Bestimmun- gen des Arzneimittelgesetzes und des Betäubungsmittelgesetzes beschränkt blei- ben. I. Tötungs- und Körperverletzungsdelikte (§§ 211 ff. StGB und §§ 223 ff. StGB) Unproblematisch im Sinne der Straftaten gegen das Leben und die körperliche Unversehrtheit des sechzehnten und siebzehnten Abschnittes des StGB ist Selbst- doping des Sportlers, da der sich selbst durch medikamentöse oder sonstige Wirk- stoffe oder entsprechende Methoden dopende Sportler keine „andere...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.