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Im Spannungsfeld von Klio und Kalliope – Der «Schuhmeier»-Roman von Robert Ascher

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Harald D. Gröller

Die Problematik der Vermischung von Geschichtsschreibung und Dichtung im Bereich des historisch-biographischen Romans ist Thema dieses Buches. Als Beispiel wird der 1933 erschienene Roman «Der Schuhmeier» von Robert Ascher herangezogen, dessen Vorlagen einer quellenkritischen Überprüfung unterzogen werden. Zudem wird der Entstehungskontext im Zusammenhang mit der sozialdemokratischen Kulturpolitik im Roten Wien und vor dem historischen Hintergrund der 1930er Jahre in Österreich skizziert. Weiterhin werden Besonderheiten wie z. B. der gezielte Einsatz von Dialekt untersucht sowie die Intention des Autors bzw. die Wirkung des Romans erörtert.

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5. Sprachliche und tiermetaphorische Aspekte des Schuhmeier-Romans - 385

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385 5. Sprachliche und tiermetaphorische Aspekte des Schuhmeier-Romans Nachdem es im Roman noch zumindest zwei be- merkenswerte Aspekte gibt, die sich zu erörtern lohnen, die sich aber thematisch schwer in eines der bereits vorhandenen Kapitel einfügen lassen, sei ihnen an dieser Stelle ein eigenes, wenn auch nur kurzes Kapitel gewidmet. 5.1. Die Sprache des Schuhmeier-Romans Wie bereits angedeutet wurden große Teile des Romans (vor allem des ersten Buches), der ja schon im Geleitwort als „wienerische[r] soziale[r] Roman“1050 etikettiert wird, von Ascher im Wiener Dialekt und da wiederum in einem markanten Soziolekt geschrie- ben.1051 Dies lässt sich unter anderem mit seinem Ersterscheinen als Zeitungsroman und der damit ein- hergehenden notwendigen Publikumsakzeptanz be- gründen. Aust ergänzt, dass der „Dialekt als sprach- liche Form der historischen Differenz [...] im Dienst 1050 Ebda, S. 7. 1051 Zum Verweis auf Belegstellen wurden vom Verfasser her- angezogen: das ÖWB bzw. das Variantenwörterbuch der Deutschen Sprache. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Hrsg. von Ulrich Ammon [u.a.]. Berlin/New York: de Gruyter (2004) bzw. Czeike: Historisches Lexikon bzw. die Seite http://www.ostarrichi.org. Wurde keine Belegstelle gefunden machte der Verfasser von seiner eigenen Kompetenz hinsichtlich der Über- setzung in das Standarddeutsch Gebrauch, die er sich in Folge eines fünfjährigen Wienaufenthaltes angeeignet hat. In diesem Fall wird diese „Übersetzung” durch den Zusatz „Anm. d. Verf.” gekennzeichnet. 386 der pittoresken Verlebendigung und der Aktivierung vaterländisch-regionaler Identität [steht].“1052...

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