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«Ich fühle mich wie ein Vogel, der aus seinem Nest fliegt.»

Menschen mit Behinderungen in der Erwachsenenbildung

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Edited By Tobias Erzmann and Georg Feuser

Die Debatte um Fragen der Integration als Weg aus der Selektion, Ausgrenzung und Segregation von Menschen mit Behinderungen in Sondersysteme über die gesamte Lebensspanne hinweg zeigt noch immer eine tiefe Kluft zwischen Ist- und Sollzustand. Durch die UN-Behindertenrechtskonvention wird für die Pädagogik in besonderer Weise deutlich, dass mit der Integration im Bereich der Bildung ein Menschenrecht umzusetzen ist – auch in der Erwachsenenbildung. Realisiert wurde das bereits 1998 in Bremen bei einer bundesweiten Fachtagung. Dieser Band reflektiert die Frage nach den Bildungsbedürfnissen Erwachsener als Realisierung der Integration auch schwerst beeinträchtigter Menschen in der Spanne von der «totalen Institution» (Goffman) und ihrer Überwindung bis hin zur «advokatorischen Assistenz». Dabei wird nicht über, sondern in uneingeschränkter Teilhabe mit den Betroffenen diskutiert. Das Buch spannt einen breiten Fächer an Fragen, Problemen und zukünftig dringend zu berücksichtigenden Lösungsmöglichkeiten vor allem unter Aspekten der Assistenz auf.

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Vorwort 11

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Joachim Steinbrück Vorwort Die Veröffentlichung des vorliegenden Bandes fällt in eine Zeit, in der die Inte- ressenvertretungen behinderter Menschen von der Bundesrepublik Deutschland die Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behin- derungen fordern, die im Dezember 2006 von der Vollversammlung der Verein- ten Nationen verabschiedet worden ist. Artikel 24 dieses UN-Übereinkommens bestimmt unter anderem, dass ein integratives Bildungssystem zu gewährleisten und sicher zu stellen ist, dass Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminie- rung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbil- dung, Berufsausbildung, Erwachsenenbildung und lebenslangem Lernen haben. Der „Dialogeband“ zeigt mit seinen unterschiedlichen Beiträgen, dass ein solches integratives Bildungssystem tatsächlich möglich ist und dass Menschen mit Behinderung auch in den allgemeinen Institutionen der Erwachsenenbildung am Prozess des lebenslangen Lernens teilhaben können. Dies setzt allerdings voraus, dass die Bildungseinrichtungen bereit sind, sich zu verändern und zu öffnen, sich auf die spezifischen Bedingungen und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung einzustellen. Dies ist mehr als Integration im Sinne der Ein- gliederung und Anpassung von Menschen mit Behinderung in und an die Welt der Nichtbehinderten. Um dem Ziel einer Bildung für alle, an der Menschen mit Behinderung gleichberechtigt teilhaben und von der sie nicht etwa ausgeschlossen werden, näher zu kommen, sind Bildungsprozesse als gemeinsames Lernen, als gemein- same Erfahrungsbildung von Menschen mit und ohne Behinderung anzulegen, wie der Beitrag von Feuser deutlich macht. Die Entwicklung hin zu einer umfassenden Teilhabe von Menschen mit Be- hinderung im Bildungssystem setzt...

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