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Hegels Beitrag zur Bildungsdiskussion unter besonderer Berücksichtigung seiner Rechtsphilosophie

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Ellen Kraft

Verfolgt man die gegenwärtige pädagogische und politische Debatte, dann ist augenfällig, dass der Begriff der Bildung noch immer zu einem zentralen Leitbegriff gehört. Gleichwohl droht heute das Verständnis von Bildung auf abfragbare Kenntnisse verengt zu werden. Eine zunehmend empirisch ausgerichtete Pädagogik scheint das philosophische Moment in ihren Überlegungen zu vernachlässigen. Mit Hegels Konzeption von Bildung wird an ein ganzheitliches Verständnis vom gebildeten Menschen erinnert und dieses in die heutige Diskussion eingebracht. Hegel thematisiert das Verhältnis des Individuums zur Gemeinschaft, beleuchtet die Rolle der Institutionen von Familie, Gesellschaft und Staat im Bildungsprozess des Menschen und hat mit seiner Auffassung von Bildung uns Heutigen erstaunlich viel zu sagen.

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2. Überblick über den Stand der Forschung 10

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10 2. Überblick über den Stand der Forschung Die Bemühungen der Pädagogik um Hegels Ansichten über Erziehung, Bildung und Unterricht sind nicht neu. Sie reichen zurück bis zu seinen unmittelbaren Schülern. Zu erwähnen sind zunächst die Werke von Kapp16 und Rosenkranz17. Als wegweisend dafür, dass man Hegels philosophisches Werk überhaupt unter einem pädagogischen Gesichtspunkt betrachtet hat, gilt noch immer die Gedan- kensammlung von Thaulow18, eine aus Hegels sämtlichen Schriften zusammen- gestellte Anthologie pädagogischer Bemerkungen und pädagogisch relevanter Gedanken, bei der es sich auch nach eigenen Angaben Thaulows gleichwohl nicht um ein systematisches Werk zu einer „Pädagogik Hegels“ handelt. Auf Thaulow aufbauend folgen einzelne Arbeiten der Autoren Luqueer19, Entner20, Mackenzie21 und Ehlert22, die sich mit der pädagogischen Auslegung Hegels beschäftigen. Eine kritische Würdigung dieser früheren Autoren findet sich bei Nicolin und Reble.23 In der „Hegel-Renaissance“ der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts üben die Gedanken Hegels vor allem ihre Wirkung auf die geisteswissenschaftliche Pädagogik aus, die repräsentiert ist durch die Namen Spranger, Kerschensteiner und Litt. So wird immer wieder Litts berühmte Aussage zitiert, dass Hegels Philosophie des Geistes eine Theorie der Bildung weniger als einen Teil in sich schließt, sondern diese als Ganzes vielmehr i s t .24 Die geisteswissenschaftliche Pädagogik richtet dabei ihren Blick im Sinne einer „Kulturpädagogik“ auf die vielfältigen Wechselbeziehungen von Erziehung und Kulturleben. Hierbei wird Hegel nicht im Ganzen „übernommen“, sondern es werden aus einer...

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