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Literale Textentwicklung

Untersuchungen zum Erwerb von Textkompetenz

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Edited By Helmuth Feilke and Regula Schmidlin

Im Brennpunkt der verschiedenen empirischen Untersuchungen des Bandes stehen die Bedingungen der Genese einer literalen Textkompetenz. Die Beiträge greifen linguistisch und sprachdidaktisch zentrale Fragen der aktuellen Diskussion auf: Wo liegen die Anfänge für die Entwicklung textueller Strukturen? Wie verhalten sich hinsichtlich der Entwicklung von literaler Textkompetenz Mündlichkeit und Schriftlichkeit zueinander? Wie interagieren verschiedene sprachliche Ebenen bei der Entwicklung von Textkompetenz? Wie verhalten sich Kohäsion und Kohärenz im Erwerb zueinander? Schließlich auch: Gibt es historisch einen Wandel in der Entwicklung von Schreibfähigkeit?

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Thorsten Pohl - Die wörtliche Rede als präferierte Realisierungsform der Figurenrede im frühen schriftlichen Erzählen 93

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Die wörtliche Rede als präferierte Realisierungsform 93 Die wörtliche Rede als präferierte Realisierungsform der Figurenrede im frühen schriftlichen Erzählen1 Thorsten Pohl Einleitung Die literarische und institutionelle Umwelt junger Leser und Schreiber ist deut- lich geprägt von einer bestimmten Form der Figurenrede, der wörtlichen Rede. Kindergeschichten, Jugendromane, Comics und Jugendbuchserien enthalten sie in hoher Frequenz und die Schule fordert sie von den jungen Schreibern nach- haltig ein, teils als textsortenspezifisches Gestaltungsmittel, teils um die betref- fenden Zeichensetzungsregeln zu vermitteln. Dennoch wäre es sicherlich verfehlt, die wörtliche Rede als konstitutives Bauelement des Erzählens aufzufassen. Unterhaltsames und spannendes Erzäh- len ist auch ohne sie möglich. Dies muss sogar so sein, da viele Erzählstoffe di- rekte Figurenreden gar nicht enthalten. Fokussiert man jedoch statt der Textsorte das gestalterische sprachliche Mittel, also die wörtliche Rede als solche, dann muss festgestellt werden, dass es sich bei ihr um ein textsortenspezifisches Bau- element handelt: Wenn wörtliche Rede auftritt, dann mit hoher Wahrscheinlich- keit in Erzählungen. Der Pleonasmus ,wörtliche Rede' verweist auf die Tätigkeit des Zitierens, des Wiedergebens eines (partiell) Fremden im Eigenen. Innerhalb einer umfas- senden sprachlichen Einheit (Zieltext) wird eine andere sprachliche Einheit (Quelltext) aufgenommen, muss dabei aber als Differentes erkennbar bleiben und als solches markiert werden? Die Verschiebungen innerhalb der Personal-, Lokal- und Temporaldeixis und die Verwendung von einleitenden Phrasen (ver- ba dicendi) bilden die wichtigsten Markierungsmittel. Diese allein scheinen aber I Beim vorliegenden Beitrag handelt...

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