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Die «unbekannte» Edith Stein: Phänomenologie und Sozialphilosophie

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Edited By Beate Beckmann-Zöller and Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

Edith Stein ist durch ihr außergewöhnliches Leben und Sterben (1891 Breslau bis 1942 Auschwitz) bekannt. Ihrem frühen philosophischen Werk als Meisterschülerin von Edmund Husserl wurde bisher allerdings zu wenig Beachtung geschenkt. Die Referate der Tagung Die unbekannte Edith Stein (Salzburg, 7.-9.10.2004) beschäftigten sich vor allem mit ihren Werken aus den 20er Jahren: Psychische Kausalität, Individuum und Gemeinschaft und Eine Untersuchung über den Staat. Dabei gilt das Augenmerk dem geistesgeschichtlichen Kontext der Sozialphilosophie Steins und Vergleichen mit Husserl, Scheler, Heidegger, Guardini und anderen. Zusätzlich zu den Hauptreferaten wurden auch die «Werkstattberichte» junger Forscher aufgenommen. Im Zusammenhang mit Steins Frühwerk wurden anthropologische und pädagogische Fragen thematisiert.

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3. Anthropologie und Pädagogik

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Peter Volek Identität der Person bei Thomas von Aquin, John Locke, Daniel von Wachter und Edith Stein In der philosophischen Fachliteratur wird allgemein John Locke als Begründer der Lösung des Problems der Identität der Person genannt) Diese Meinung ist vielleicht darin begründet, daß die Unterscheidung Lockes zwischen Person und Mensch und seine Auseinandersetzung mit der Bestimmung der Identität der Per- son einen großen Einfluß ausgeübt hat. Locke versteht die Identität des Men- schen als Identität seines organischen Lebens. 2 Davon unterscheidet er die Iden- tität der Person, die er als das Bewußtsein seiner selbst im Denken und im Be- wußtsein des Selbst in der Vergangenheit versteht.' Diese Unterscheidung ist be- einflußt von seiner Auffassung, daß wir drei Bezeichnungen der drei verschiede- nen Ideen haben, der Idee der Substanz, des Menschen und der Person. Wenn sich diese Ideen unterscheiden, dann auch das, was sie benennen. 1 Diese An- schauung geht davon aus, daß Locke kein reales, sondern nur das nominale We- sen der Substanz anerkennt. 5 Darin zeigt sich Lockes Empirismus. Dabei wird oft vergessen, daß sich schon Thomas von Aquin mit dem Pro- blem der Identität der Person im theologischen Kontext von Tod und Auferste- hung des Menschen befaßt hat. In der Zeit zwischen Tod und Auferstehung lebt die Menschenseele nach Thomas von Aquin als anima separata. Weil der Tod die Vernichtung der substantialen Einheit des Menschen und seines Leibes, 6 also die Trennung...

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