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Walther von der Vogelweide – Überlieferung, Deutung, Forschungsgeschichte

Mit einer Ergänzungsbibliographie 2005-2009 von Manfred G. Scholz

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Edited By Thomas Bein

Die Walther-Studien 7 bieten, wie auch die Vorgängerbände, ein breites thematisches Spektrum. Der Textkritik sind zwei Beiträge gewidmet: Neben einer hochschuldidaktischen Editions-Demonstration stellt die Edition und textkritische Bewertung des ‘Brünner Waltherfragments’ ein besonderes Highlight dar. Fünf Einzelstudien zu Liedern und Textstellen zeigen, dass auch für erschlossen gehaltene Texte Walthers immer wieder neue Fragen provozieren. Sehr zu begrüßen ist ein Vergleich Walthers mit mittelalterlicher arabischer Lyrik – ein vielversprechender Beitrag zu einer noch wenig ausgebauten interkulturellen Germanistik. Die Aufarbeitung einer dramatischen Walther-Rezeption zeigt erneut das lebendige Weiterleben des Dichters. Drei Forschungsberichte, darunter einer von fast monographischem Ausmaß zu Walthers erster ‘Reichston’-Strophe, dürften einen guten Beitrag dazu leisten, sich nicht in der reichen zweihundertjährigen Forschungsgeschichte zu verlieren. Neben zwei Ankündigungen ist schließlich eine umfassende Nachtragsbibliographie zu Walther von besonderem Wert: sie erfasst die Jahre 2005 bis 2009.

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Jens Burkert: Zu Walthers von der Vogelweide Lied "Ich bin als unschedelîchen frô" (L 41,13 ff.)

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Zu Walthers von der Vogelweide Lied Ich bin als unschedelîchen frô (L 41,13 ff.) von Jens Burkert, Aachen Außerhalb der – freilich zahlreichen – Handbücher und Kommentarwerke hat die Forschung L 41,13 ff. nicht allzu viel Aufmerksamkeit zukommen lassen. Dabei befriedigt das Lied mit seiner Gattungsinterferenz 1 und nicht zu vernachlässigenden Überlieferungsvarianz durchaus die Hauptinteressen der jüngeren Walther- Forschung. Die ausführlichsten Darstellungen stammen von Mohr 2 und Meyer 3 : Beiden darf und kann ihr Wert nicht abgesprochen werden, sie sind aber aus heuti- ger Sicht (ganz abgesehen von den Wandlungen, denen das allgemeine Walther- Bild der Forschung seitdem unterlag) u. a. aufgrund der unzureichenden Berück- sichtigung der Überlieferungslage ergänzungs- und möglicherweise auch korrek- turbedürftig. Die Editionsgeschichte des in B, C und E unterschiedlich überlieferten Liedes wird seit Lachmann klar dominiert von einer Fassung, die den Strophenbestand von C, die Reihenfolge von B und C und die Stellung der Abgesänge in den ersten beiden Strophen von B und E bietet. 4 Mit Ausnahme einer tatsächlich hauptsächlich auf B 1 Vgl. Karin Brem: Gattungsinterferenzen im Bereich von Minnesang und Sangspruchdichtung des 12. und beginnenden 13. Jahrhunderts. Berlin 2003 (Studium litterarum 5), S. 306 und S. 395-397. 2 Vgl. Wolfgang Mohr: Altersdichtung Walthers von der Vogelweide. In: Sprachkunst 2 (1971), S. 329-356 (hier: S. 347-350). 3 Vgl. Hans Günther Meyer: Die Strophenfolge und ihre Gesetzmäßigkeiten im Minnelied Wal- thers von der Vogelweide. Ein Beitrag zur „inneren Form“ hochmittelalterlicher...

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