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Politische Kultur und Theatralität

Aufsätze, Essays, Publizistik- Mit einem Vorwort von Joachim Fiebach

Gottfried Fischborn

Der Verfasser beschreibt und analysiert Elemente und Aspekte von Theatralität in der politischen Kultur Deutschlands zwischen 1990 und 2011. In diesem Sinne versteht sich das Buch als angewandte Theaterwissenschaft mit interdisziplinärem Bezug zur Politik- und Kommunikationswissenschaft. Dabei rücken vor allem die Schwierigkeiten und Widersprüche des deutschen Vereinigungsprozesses in den Focus. Die Theaterwissenschaft der DDR gab für das Diskursfeld «Theatralität» vor allem durch Rudolf Münz und Joachim Fiebach schon seit 1978 folgenreiche Anstöße. An Fiebachs kommunikationswissenschaftlich geprägtes Konzept schließt der Verfasser unmittelbar an. Die Studien und publizistischen Arbeiten werden ergänzt durch einige literaturwissenschaftliche, thematisch angrenzende Texte, unter anderem zu Peter Hacks, Heiner Müller, Alfred Matusche und Uwe Tellkamp.

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SOZIALES DRAMA – NOCH NICHT BÜHNENREIF

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„So war z.B. das soziale Drama ‘Watergate‘ in allen seinen Phasen ausgesprochen ‘bühnenreif´...“ (Victor Turner) Vorbemerkung: Der Sänger Wolf Biermann, der nach der Wende von 1989/1990 zum Antikommunisten mutierte, ist entgegen dem ersten Anschein nicht das Thema die- ses Essays, der in einer veränderten und stark gekürzten Fassung in der Zeitschrift „Gazette“ (München) erschienen war und hier zum ersten Male vollständig publi- ziert wird. Besuch im Hause Krug Es ist Samstag, der 20. November 1976, zwischen elf und zwölf Uhr vor- mittags, in der Wilhelm-Wolff-Straße 15 in 111 Berlin-Pankow, im Haus des Schauspielers und Sängers Manfred Krug, in der Hauptstadt der DDR mithin. Knapp zwanzig Jahre später erinnert sich Krug: „Die Türflügel zum getäfel- ten Zimmer sind abgeschlossen. Das Mikrofon kann man nicht sehen. Es liegt unten, hinter dem Spalt zwischen Schiebetür und Fußboden und soll in das Nachbarzimmer hineinhorchen ... Ich werde was ganz Verbotenes machen. Ich werde ein Gespräch zwischen einem Dutzend Künstlern auf der einen Seite und drei ,hochgestellten Persönlichkeiten’ auf der anderen Seite auf Tonband aufzeichnen.“ Auch der Schriftsteller Stefan Heym erinnert sich, etwa zur gleichen Zeit, an diesen Tag und dieses Haus: „Das Krugsche Haus, ein einstöckiger, lang- gezogener, ockerfarbener Bau, preußische Architektur des vorigen Jahr- hunderts. Eingeglaste Terrasse zum Garten hinaus. Auf der Terrasse schon die Domröse, Jutta Hoffmann, Thate; Krug trägt noch Stühle zum langen Tisch im Wohnzimmer. Ich frage: Wie...

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