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Sportgroßveranstaltungen als staatliche Herausforderung

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Henning Gädeke

Sportgroßveranstaltungen führen zu einer Reihe spezifischer rechtlicher Probleme, die nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Professionalisierung und der weltweiten Vermarktung des Sportes stärker in das allgemeine Bewusstsein getreten sind. Das gilt insbesondere für sicherheitsrechtliche Fragen, der Bau großer Sportarenen wirft aber auch beispielsweise planungsrechtliche Probleme auf. Am Beispiel von Sportgroßveranstaltungen lassen sich die zentralen Herausforderungen moderner Infrastrukturverwaltung näher beleuchten. Vor diesem Hintergrund betrachtet der Verfasser Sportgroßveranstaltungen als rechtlichen Gesamtkomplex und entwickelt für diese ein spezifisches öffentlich-rechtliches Regelungsregime.

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Erster Teil: Einführung

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§ 1 Historische Einführung, Aufriss der Probleme und Gang der Untersuchung I. Historische Einführung „Panem et circenses“ 1 – dieses Zitat aus den Satiren des römischen Dichters Juve- nal aus dem ersten Jahrhundert nach Christus steht wie kein anderes für Großveran- staltungen der verschiedensten Art. Diese reichten in der Antike von Gladiatorenkämpfen im Kolosseum und Wa- genrennen im Circus Maximus in Rom bis hin zu tagelangen Feiern zur Krönung neuer Kaiser. Auch die Panhellenischen Spiele, zu denen die Olympischen Spiele zählten und die bereits im 8. Jahrhundert vor Christus stattfanden, können als Vor- gänger von Sportgroßveranstaltungen unserer Zeit bezeichnet werden.2 Der Zweck dieser Veranstaltungen war und ist zum einen - wie der Ausdruck „Brot und Spiele“ verdeutlicht - die Unterhaltung des Publikums.3 Andererseits wurden schon immer auch politische Ziele damit verfolgt. So dienten die Olympi- schen Spiele als politisches Forum und nach den Perserkriegen als Symbol inner- staatlicher Eintracht.4 Zusätzlich stellten die Spiele dieser Zeit bereits damals einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die ausrichtenden Städte und die regionale Wirt- schaft dar. Der bedeutendste Unterschied zu den heute ausgetragenen Sportgroß- veranstaltungen liegt in der Trägerschaft. Die Veranstaltungen der Antike5 wurden, sieht man von Besonderheiten bei Gladiatorenkämpfen ab, in der Regel als öffent- liche Aufgabe6 wahrgenommen und nicht wie in heutiger Zeit zumeist von Privaten durchgeführt. Die verschiedenen Interessen und Dimensionen antiker Spiele sind 1 Decimus Iunius Iuvenalis (Juvenal), Satiren, 10, 81. Dieser Ausdruck war ursprünglich...

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