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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Die ‚Generation ohne Heimkehr’ in der österreichischen Literatur der frühen Nachkriegszeit. Sławomir Piontek (Poznań)

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83 Die ‚Generation ohne Heimkehr’ in der österreichischen Literatur der frühen @achkriegszeit Sławomir Piontek (Poznań) ‚Generation’ ist in den letzten Jahrzehnten, besonders in Deutschland, zu einer beliebten Deutungskategorie in den medialen und wissenschaftlichen Diskursen geworden. Die Bereiche der Generationsdiskurse sind nur schwer zu systemati- sieren. Sie umfassen, um lediglich nur einige zu nennen, soziokulturell- historische Generationsumschreibungen, die Prägungen und den Wandel sozia- ler Entitäten, deren Identitäten, Selbstpositionierung und Handlungsrelevanz. Die genealogische Komponente kommt stärker zum Vorschein in den Überle- gungen zur Konstruktion sozialer Systeme, sei es in Bezug auf pädagogische Konzepte der Bildung und des Wissenstransfers, sei es etwa in Bezug auf den ‚Generationspakt’ der Sozialversicherung. Der Begriff der Generation erscheint auch als Kategorie der Ökonomie oder Politikwissenschaft, die Wirtschafts- oder Unternehmensgeschichte kann auch als Generationengeschichte aufgefasst werden.1 Diese kategoriale Vielfalt führt zu einer Vieldeutigkeit des Begriffs – auf den Limes verweist u.a. 2002 Sigrid Weigel, die der Generation wegen ihrer doppelten Ausrichtung (prozessual generatio versus zustandsbezogen genus) letztendlich die Möglichkeit einer eindeutigen Definition abspricht.2 Unterschiedlich werden auch die Wiederentdeckung und die derzeitige Po- pularität des Begriffs begründet. Es wird auf eine anthropologische Komponente dieser Kategorie verwiesen, die in der Konstituierung eines „vertrauten ‚Wir’“ und gleichzeitig in der Abgrenzung von den ‚Anderen’, den Nichtdazugehören- den3 besteht. Zu bemerken ist auch, dass das Interesse an Generationen nach 1 Vgl. etwa Christina Lubinski: Wo »nachfolgende Generationen schaffende Arbeit ver- richten«. Generationenerzählungen in mehrgenerationellen deutschen Familienunter- nehmen von ca. 1950 bis...

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