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Testo e ritmi

Zum Rhythmus in der italienischen Sprache

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Elmar Schafroth and Maria Selig

Rhythmus, die Ordnung der Zeit durch Periodizität, ist eine anthropologische Konstante. Auch in Bezug auf das Sprachliche stellt sich daher die Frage, welche Formen Rhythmus in Sprache und Text annehmen kann und was seine Funktion ist. Die in diesem Band vereinten Beiträge untersuchen rhythmische Phänomene auf den verschiedensten Ebenen der sprachlichen Strukturbildung. Gefragt wird nach der Gegenüberstellung von silben- und akzentzählenden Sprachen, nach den Fortschritten, die neuere rhythmustypologische Theorien in diesem Bereich erbracht haben, nach der Persistenz silben- bzw. akzentrhythmischer Strukturen im Sprachkontakt und nach den Wechselwirkungen zwischen Prosodie und Syntax. Gegenstand der Untersuchung ist außerdem Rhythmus als Erkennungsmerkmal von Textsorten, die Übersetzbarkeit eurythmischer Textstrukturen und die Beziehung zwischen Sprachrhythmus und Musik. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die rhythmische Überformung der Linearität des Sprachlichen mit den körperlichen und kognitiven Grundbedingungen unserer Kommunikation und mit der spezifischen Semantiziät von Sprache und Text auf vielfältige Weise interagiert.

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Tommaso Detti: ‚L’idioma gentile‘. Oder wie das Motiv der Musikalität des Italienischen (im Vergleich mit dem Französischen) die Questione della Lingua begleitete.

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‚L’idioma gentile‘. Oder wie das Motiv der Musikalität1 des Italienischen (im Vergleich mit dem Französischen) die Questione della Lingua begleitete. Tommaso Detti 1. Sprache und Musik: die Diskussion außerhalb Italiens Die Beobachtung, dass die italienische Sprache eine besonders musikalische und singbare Sprache sei, ist ein Mythos – oder vielleicht doch eine Er- kenntnis, die eine lange Tradition hat und seit vielen Jahrhunderten in die Geschichte bzw. in das allgemeine Bewusstsein eingegangen ist. Vom Anfang des 17. bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts erfährt das Ita- lienische als Musiksprache eine starke Verbreitung, die über die kulturellen Zentren bzw. die politischen Höfe London, Paris, München, Wien und Salz- burg in ganz Europa gefördert wird (Folena 1983: 436ff.; Grassi 1991: 159ff.). Als ein Indiz dafür, wie verbreitet das Italienische in den Höfen deutschsprachiger Gebiete war, können z. B. die Briefe von Lorenzo Magalotti berücksichtigt werden, der als toskanischer Botschafter in Wien darauf hinweist, er habe das Deutsche nicht erlernen müssen (Ricaldone 1987: 95f.). Zu diesem Schluss kommen 100 Jahre später auch Pietro Metastasio und Lorenzo Da Ponte, die auch in Wien feststellen durften, dass man dort als Italienischsprechender wohnen könne, ohne Deutsch zu spre- chen (Lanapoppi 1991: 134f.; Goldin 1997: 23ff.). Um den etablierten Ruf des Italienischen als Musiksprache zu illustrieren, können an dieser Stelle einige Stimmen zu Worte kommen. Eine ausführliche Erklärung, warum das Italienische besonders geeignet für den Gesang sei, liefert der englische...

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