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Zur Dogmatik der Anschaffungsnebenkosten

Unter besonderer Berücksichtigung der Bilanzierung von ERP-Software

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Britta Höwer

Unter welchen Voraussetzungen sind Aufwendungen als Anschaffungsnebenkosten zu behandeln? Diese Frage wurde bislang unter Rückgriff auf das Erfolgsneutralitätsgebot beantwortet. Daran kann indes nicht festgehalten werden. Vielmehr ist das Vorsichtsprinzip zugrundezulegen. Basierend auf diesem Grundsatz stellen Aufwendungen Anschaffungsnebenkosten dar, wenn sie zu einer Werterhöhung des angeschafften Wirtschaftsguts führen. An diesen Vorgaben hat sich die Abgrenzung zu Herstellungskosten und Betriebsausgaben zu orientieren. Wendet man die dabei gefundenen Ergebnisse auf die Implementierung von ERP-Software an, so wird u.a. deutlich, dass Aufwendungen für das sogenannte Customizing als Anschaffungsnebenkosten zu behandeln sind.

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4. Teil: Anwendung der Ergebnisse zur Einordnung von Anschaffungsnebenkosten auf die Einführung von Enterprise Resource Planning-Software (ERP-Software)

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225 4. Teil: Anwendung der Ergebnisse zur Einordnung von Anschaffungs- nebenkosten auf die Einführung von Enterprise Resource Planning-Software (ERP-Software) Die vorstehenden Ergebnisse zur Einordnung von Anschaffungsnebenkosten beruhen zum jetzigen Zeitpunkt einzig auf der Auseinandersetzung mit der Dogmatik und deren Grundlagen. Es handelt sich somit um nichts anderes als ein theoretisches Konstrukt. Insofern drängt sich die Frage auf, ob dieses „Theoretikum“ auch im prakti- schen Fall der Anschaffung zu Lösungen führen kann. Dieser Frage wird sich im nun anschließenden Anwendungsteil gewidmet werden. Wie bereits in der Ein- leitung verdeutlicht worden ist, soll dies am Beispiel der Implementierung einer ERP-Software erfolgen. Erst im Nachgang der Einordnung von Aufwendungen als Anschaffungsne- benkosten im praktischen Fall kann letztverbindlich festgestellt werden, ob die herausgearbeiteten Ergebnisse zur Dogmatik der Anschaffungsnebenkosten auch im Hinblick auf die Anwendungsfreundlichkeit befürwortet werden können. Kapitel 1: Funktionsweise der ERP-Software und die verschiedenen Phasen der Implementierung Grundvoraussetzung für die handels- und steuerbilanzielle Einordnung von Aufwendungen bei Einführung einer ERP-Software ist indes die Kenntnis über Funktionsweise der Software sowie die Phasen deren Implementierung. § 1 Funktionsweise einer ERP-Software Im Rahmen der Einleitung ist bereits ausgeführt worden, dass es sich bei einer ERP-Software um eine integrierte Software handelt, die auf Basis standardisier- 226 ter Module704 Geschäftsprozesse des Unternehmens aus betriebswirtschaftlicher Sicht informationstechnisch unterstützt (vgl. S. 5). Das Wesensmerkmal der ERP-Software ist daher zum einen die „Funktion zur umfassenden Integration und Steuerung verschiedener Unternehmensaktivitäten“705. Zum anderen ist auch von besonderer Bedeutung, dass...

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