Show Less

Das Österreich der dreißiger Jahre und seine Stellung in Europa

Materialien der Internationalen Tagung in Neapel, Salerno und Taurasi (5.-8. Juni 2007)

Edited By Erich Fröschl, Francesco Saverio Festa, Tommaso La Rocca, Luigi Parente and Giusi Zanasi

Österreichs Entwicklung in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts ist keineswegs «tote Geschichte». Im Gegenteil, die Finanz- und Wirtschaftskrise unserer Tage, wachsende Medienkonzentration, Erosionserscheinungen der Demokratie und das Erstarken xenophober Rechtsparteien in vielen Ländern Europas lassen die Entwicklungen von damals heute wieder sehr aktuell erscheinen. Das zeigen die in diesem Sammelband enthaltenen 35 Beiträge italienischer, österreichischer und französischer WissenschafterInnen. Sie beschreiben interdisziplinär wesentliche Entwicklungen in Österreichs Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Ideenwelt und Kultur, die den Zeitgeist der dreißiger Jahre prägten. Wie bei einem Mosaik entsteht ein komplexes und farbiges Bild Österreichs in den dreißiger Jahren und seines Stellenwerts in Europa.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

GELEITWORT

Extract

Christian Berlakovits Die Ereignisse eines brisanten Abschnitts in Österreichs jüngster Geschichte Revue passieren zu lassen – so das Ziel dieses Kongresses, der in Neapel im prächtigen Palazzo Du Mesnil eröffnet wurde – bedeutet an die langen, intensiven Beziehun- gen zwischen Österreich und Italien und, im weiteren Sinne zwischen Österreich und Europa, anzuknüpfen. Die geschichtliche Dynamik, die den Zerfall der öster- reichisch-ungarischen Monarchie bedingte und zur Gründung der Ersten Republik und schließlich zum Anschluss führte, ist tatsächlich weit über die Grenzen Öster- reichs hinaus von Bedeutung und betrifft den gesamten europäischen Kontinent. Wenn man das Österreich der 1930er Jahre betrachtet, so sind zwei Aspekte von Bedeutung: einerseits der geschichtliche und andererseits der – nennen wir ihn – ideelle Aspekt. Der geschichtliche Aspekt bezieht sich auf die Krise der Ersten Republik vom Ende der 1920er Jahre bis zum Anschluss. Auf ideeller Ebene stand in diesem, nach Auflösung des Habsburgerreichs entstandenen Staat die Identität von Millionen deutschsprachigen Österreichern auf dem Spiel, die nun zu entschei- den hatten, entweder als souveräner unabhängiger Staat bestehen zu bleiben oder sich mit der „germanischen Mutterheimat“ wiederzuvereinigen. Österreich, das nicht aufzuhören schien sich über seine politische, gesellschaftliche und wirt- schaftliche Zukunft Gedanken zu machen, hatte die Möglichkeit entweder als eine kleine mitteleuropäische Republik zu existieren oder als ein Staat auf der fortwäh- renden und unermüdlichen „nostalgischen“ Suche nach einer politischen Form, die seiner glorreichen Vergangenheit entspräche. Felix Kreissler setzt sich in seinem Werk...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.