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Ich als raumzeitliches Konstrukt

Die Fiktionen vom Leben der estnischen und deutschen Jugendlichen

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Reet Liimets

In dieser Monographie wird Ich als ein raumzeitliches Phänomen bestimmt, indem die Autorin dem Problem Ich im Kontext verschiedener Disziplinen wie Philosophie, Psychologie, Soziologie, Literaturwissenschaft und Semiotik nachgeht. Als Ergebnis der theoretischen Analyse gelangt sie zur Neukonzeptualisierung des Konstrukts Ich. Das Ich wird als eine Einheit der synchronen und diachronen Raumzeiten aufgefasst. Im Lichte des theoretischen Kontextes und auf Grund der Analyse der literarischen Werke werden die Fiktionen vom Leben der Jugendlichen im sowjetischen Estland und in der Deutschen Demokratischen Republik konstruiert. Im Anschluss werden die Lebensfiktionen der Esten und Deutschen verallgemeinernd verglichen und interpretiert.

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3. DIE LEBENSFIKTIONEN DER ESTNISCHEN UND DEUTSCHEN JUGENDLICHEN

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Im vorliegenden Kapitel betrachten wir die Bildung der Identität der estnischen und deutschen Jugendlichen auf Grund der von ihrem Leben geschaffenen Fiktionen. Dabei gehen wir von den im vorigen Kapitel verfassten theoretischen Prinzipien aus. Im Zentrum unseres Interesses steht das Leben der 16–25jährigen estnischen und deutschen Jugendlichen in den folgenden Zeitperioden: I Die Anfänge der 1960er–1970er Jahre II Die 1970er Jahre III Die 1980er Jahre. Die chronologischen Grenzen zwischen den eben erwähnten Zeitepochen sind aber flexibel, denn den Bildungsprozess der Identität als der intersubjektiven Synchronisation kann man nicht mit chronologischer Genauigkeit bestimmen. Die Identität als intersubjektive Synchronisation betrachten wir vor dem Hinter- grund des Gesagten als Wechselwirkungsprozess verschiedener Topoi. Vom Standpunkt unserer weiteren Behandlung versuchen wir, den Topos als solchen aus folgenden Sinnzusammenhängen ausgehend zu bestimmen: 1.) Im Allgemeinen verstehen wir unter dem Topos einen Raum (oder auch einen Ort bzw. Platz), der, indem er das Sich-Bewegende und Verändernde verbin- det, zwischen ihnen die Verbindung der Beständigkeit schafft (R.Undusk 2001, S. 16–17). Vom semiotischen Aspekt ist der Topos ein gewisser Sinn- raum, d.h. ein konkreter Mensch oder eine Gruppe der Menschen oder ir- gendwelche Generation als intersubjektive Synchronisation oder auch ein ge- wisses Territorium (zum Beispiel Deutschland, Estland, Tartu usw.) 2.) Dem Topos als dem verbindenden Phänomen ist Asymmetrie eigen. Er ist der Raum der Sinnverschiebung, der entweder dabei ist, sich seinen Ort zu schaf- fen oder der nach seinem sog. festen Platz noch sucht. In unserer...

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