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Zwischen kultureller Identitätsbildung und Kompetenzentwicklung

Aktueller Stand und Perspektiven des landessprachlichen Unterrichts in Deutschland und Frankreich

Julia Brake

Die Entstehung eines europäischen Bildungsraums schreitet stetig voran. Auch im allgemeinbildenden Schulwesen sind seit einigen Jahren internationale Vereinheitlichungstendenzen spürbar. Bei näherer Betrachtung wird jedoch erkennbar, dass die Bildungssysteme nach wie vor eine starke Bindung an nationale Bildungs- und Erziehungstraditionen aufweisen. Das gilt besonders für das französische und das deutsche Schulwesen. Diese Arbeit vergleicht die konzeptionellen, strukturellen und didaktischen Rahmenbedingungen von öffentlicher Bildung und Erziehung in Deutschland und Frankreich. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf einer detaillierten Analyse des landessprachlichen Unterrichts und seiner Kernbereiche Sprache und Literatur aus allgemeindidaktischer und fachdidaktischer Sicht.

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7. Analyse von Lehrwerken für die Sekundarstufe I

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fasst.939 Untersuchungen zufolge wird jedoch auch das konventionelle Schul- buch seine Bedeutung im Unterricht in den nächsten Jahren wohl nicht verlie- ren.940 Der Einsatz digitaler Medien muss nicht zwangsläufig die Substitution der Lehrwerke in ihrer bisherigen Konzeption bedeuten, sondern bietet vielmehr die Möglichkeit veränderter Präsentationsformen, bei der zum Beispiel der In- halt des Schulbuchs auch digital an speziellen Tafeln (sogenannten „White- boards“) bearbeitet werden kann.941 Die Verwendung solcher interaktiven Tafel- bilder erfordert allerdings eine spezielle Ausstattung der Klassenzimmer, die wohl zum gegenwärtigen Zeitpunkt – aufgrund schwieriger Finanzierbarkeit – an der Mehrzahl der Schulen noch nicht vorhanden sein dürfte. Das immer grö- ßer werdende Angebot an kombinierten Sprach- und Lesebüchern für den Deutsch- und den Französischunterricht legt die Vermutung nahe, dass der Ein- satz des Schulbuchs hier in Zukunft sogar wieder zunehmen wird. Schulbücher und die dazugehörigen Sekundärmedien wie CD-Roms, DVDs und Arbeitshefte repräsentieren die vom Lehrplan vorgegebenen Lerninhalte und die zum Zeitpunkt des Erscheinens aktuellen lernpsychologischen und fach- didaktischen Erkenntnisse. Zudem verarbeiten sie – je nach Fachbereich mehr oder weniger intensiv – gesellschaftlich relevante Themen. Daher reflektieren Lehrwerke zugleich die ministerialbürokratischen Vorgaben, den wissenschaft- lichen Forschungsstand und das Zeitgeschehen. Hinzu kommt, dass das Schul- buch in der Entwicklung der deutsch-französischen Bildungsbeziehungen eine besondere Rolle spielt: Mit „Histoire / Geschichte“ steht dem Geschichtsunter- richt der Oberstufe in Deutschland und Frankreich erstmals ein Lehrwerk zur Verfügung, das von deutschen und französischen Geschichtsdidaktikern ge- meinsam entwickelt worden ist....

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