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Christen in Thailand

Am Beispiel der Karen und der Akha

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Lauren Drover

Diese Untersuchung wirft einen Blick auf das oft übersehene Christentum Asiens. In Thailand konvertieren besonders Mitglieder ethnischer Minderheiten zu dieser «neuen» Religion. Anhand zweier Beispielminderheiten werden die Gründe hierfür untersucht. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Theorie, dass die Konversion zu einer «abweichenden» Religion zur Bewahrung der ethnischen Identität genutzt wird. Weiterhin werden Wechselwirkungen zwischen den indigenen Religionen und dem Christentum analysiert. Die Autorin fragt dabei, inwiefern sich Konversionstheorien verschiedener Wissenschaftler auf die untersuchten Beispiele anwenden lassen. Dabei wird grundlegend bezweifelt, dass die häufig gemachte Unterscheidung zwischen einer Volksreligion und einer Universalreligion überhaupt zulässig ist.

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6. Ausblick: Friedliche Integration oder Konfliktpotential?

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Im Zuge der Modernisierung und der Nationenbildung des Landes wurde der Buddhismus als Religion der Thai zwar nicht auf gesetzlicher, jedoch zumindest auf unterschwelliger Ebene implementiert. Wie wir gesehen haben, sind Aus- drücke persönlicher Religiosität, die von den Dogmen der zentral organisierten buddhistischen Sangha-Struktur abweichen, oft als Rebellion gegen die Autori- tät des Staates ausgelegt worden. Wenn ein Karen-Kind mit christlichem Glau- ben sich weigerte, in der Schule an buddhistischen Zeremonien teilzunehmen, dann war dies für die Autoritäten kein ziviler Ungehorsam für mehr Religions- freiheit, sondern eine Weigerung, sich als Bürger dieses Landes einzufügen. Noch stärker sah man dies am Beispiel der Hijab-Krise die weiter oben be- schrieben wurde, wo die muslimischen Studentinnen darüber hinaus noch ver- dächtigt wurden, mit fremden Regierungen zusammenzuarbeiten, um die natio- nale Sicherheit des Landes zu untergraben. Die allgemeine Bevölkerung reagier- te mit großem Unverständnis und die Schulleitung und die lokalen Behörden waren erst, nachdem sich der Fall zu einer nationalen Krise entwickelt hatte, be- reit Verhandlungen aufzunehmen. Sind also die Menschen in Thailand so mit der Religion des Buddhismus verbunden, dass sie, auf ein konservatives Weltbild bestehend, keine andere Re- ligion zulassen? Ist dieses Beharren auf eine solch alte Tradition, falls vorhan- den, überhaupt möglich in einer gebildeten, industrialisierten (und sich somit immer weiter „säkularisierenden“) Gesellschaft? Um diese Frage zu beantwor- ten, müsste man sich erst einmal ansehen, wie „religiös“ die Thai überhaupt sind....

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