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Symbole der Macht?

Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur

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Edited By Olaf Wagener

Burgen gelten gemeinhin als Symbole der Macht – aber hält diese Annahme einer wissenschaftlichen Untersuchung stand? Im Rahmen einer Tagung in Oberfell an der Mosel im November 2011 wurde diese Frage thematisiert. Eine Vielzahl von Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen beleuchtete unterschiedliche architektonische Objekte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Bewusst wurde die Burg nicht als singuläres Bauwerk behandelt, sondern in den Kontext herrschaftlicher Architektur im Allgemeinen zurückgeholt. Daher wurden in den Beiträgen Burgen, Sakralbauten, Zeughäuser, Brücken oder auch Rathäuser behandelt, und dabei immer in den Kontext von Landschaft und Gesellschaft eingebettet. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich vom hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, um so auch den Wandel nicht nur der architektonischen Formen, sondern auch ihrer Wahrnehmung aufzeigen zu können.

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Demarkationspunkt oder Bollwerk ? – Baugeschichtliche Bemerkungen zur Burgruine Wernerseck bei Ochtendung, Landkreis Mayen-Koblenz. Achim H. Schmidt

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Demarkationspunkt oder Bollwerk ? – Baugeschichtliche Bemerkungen zur Burgruine Wernerseck bei Ochtendung, Landkreis Mayen-Koblenz Achim H. Schmidt Die Burgruine Wernerseck liegt auf einem von West nach Ost in das Nettebachtal vor- springenden, etwa 350 m langen Bergsporn. Die Spornspitze ist gegenüber dem übrigen schmalen Sporngelände schwach exponiert und weist eine absolute Höhe von 169 m über NN auf. Der Talgrund wird um etwa 60 m überragt. Auf diesem im Grundriss etwa ova- len Geländeabschnitt ist durch Oberflächenfunde eine vor- und frühgeschichtliche Besiedlung beziehungsweise Befestigung nachweisbar.1 Die frühgeschichtliche, spät- römische Siedlungsperiode hat zudem umfangreiche Geländespuren hinterlassen. Hierzu gehören mindestens ein Abschnittsgraben sowie zahlreiche Felsbearbeitungs- spuren am Nordosthang.2 Sowohl für die vorgeschichtliche wie auch für die spät- römische Befestigung ist mit weiteren vorgelagerten Abschnittsgräben zu rechnen, die dann im gratartigen Vorgelände zu suchen wären.3 Und eben auf diesem schmalsten Geländeabschnitt wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts durch den Trierer Erzbischof Werner von Falkenstein eine Burg errichtet. Es handelt sich um einen der spätesten Burgneubauten im Mittelrheingebiet. Hieraus leitet sich auch die zentrale Fragestellung ab: Inwieweit hatte ein Bauwerk der klassisch burgartigen Ausführung angesichts der seit einem halben Jahrhundert eingeführten Feuerwaffen einen fortifikatorischen Wert ? Kann der Neubau nur als architektonischer Nachzügler angesehen werden, wel- ches an die Burgenproduktion eines Erzbischof Balduin von Trier anknüpfen sollte ? Für eine Analyse der Zweckmäßigkeit dieses Bauprojekts ist vor allem die Iso- lierung des...

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