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Symbole der Macht?

Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur

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Edited By Olaf Wagener

Burgen gelten gemeinhin als Symbole der Macht – aber hält diese Annahme einer wissenschaftlichen Untersuchung stand? Im Rahmen einer Tagung in Oberfell an der Mosel im November 2011 wurde diese Frage thematisiert. Eine Vielzahl von Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen beleuchtete unterschiedliche architektonische Objekte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Bewusst wurde die Burg nicht als singuläres Bauwerk behandelt, sondern in den Kontext herrschaftlicher Architektur im Allgemeinen zurückgeholt. Daher wurden in den Beiträgen Burgen, Sakralbauten, Zeughäuser, Brücken oder auch Rathäuser behandelt, und dabei immer in den Kontext von Landschaft und Gesellschaft eingebettet. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich vom hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, um so auch den Wandel nicht nur der architektonischen Formen, sondern auch ihrer Wahrnehmung aufzeigen zu können.

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Das Residenzschloss Friedrichsburg in Bad Homburg v. d. Höhe. Die Inszenierung der Souveränität durch Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg. Christian Ottersbach

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Das Residenzschloss Friedrichsburg in Bad Homburg v. d. Höhe. Die Inszenierung der Souveränität durch Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg Christian Ottersbach Das Schloss in Homburg v. d. Höhe (Abb. 1) ist vor allem bekannt geworden durch seine Bewohner: Da ist einmal der durch Kleists Drama berühmte „Prinz von Hom- burg“ Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg, der das Schloss in seiner heutigen Form errichten ließ, und nicht zuletzt Kaiser Wilhelm II., der Homburg als Sommer- sitz bevorzugte. Das Schloss selbst erfreute sich bisher allerdings erstaunlich wenig wissenschaftlichen Interesses.1 Überregional wurde der Bau bisher kaum zur Kenntnis genommen, obwohl es sich immerhin um eine der größten Palastanlagen im heutigen Hessen aus den Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg handelt. Da erstaunt es auch nicht, dass der Bau heute nicht mehr unter seinem ursprünglichen, so bezeichnen- den Namen „Friedrichsburg“ firmiert, sondern einfach nur noch als „Schloss“. Da eine Einordnung in den politischen Kontext seiner Entstehungszeit und eine ikonographisch-ikonologische Interpretation des Baukomplexes vor dem Hinter- grund barockzeitlicher Hofkultur und fürstlichen Selbstverständnisses bisher unter- blieben ist, soll hier der Versuch unternommen werden, dem ein wenig abzuhelfen. Schloss Friedrichsburg geht auf eine mittelalterliche Burg zurück, die im 12. Jahr- hundert entstand und bis ins frühe 17. Jahrhundert mehrfach um- und ausgebaut wur- de.2 Aus einer recht einfachen hölzernen Turmburg erwuchs im 14. Jahrhundert ein repräsentativer Steinbau mit einem hohen und weithin sichtbaren Bergfried, der durch 1 Grundlegend zur Baugeschichte Heinrich Jacobi, Paul...

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