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Symbole der Macht?

Aspekte mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Architektur

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Edited By Olaf Wagener

Burgen gelten gemeinhin als Symbole der Macht – aber hält diese Annahme einer wissenschaftlichen Untersuchung stand? Im Rahmen einer Tagung in Oberfell an der Mosel im November 2011 wurde diese Frage thematisiert. Eine Vielzahl von Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen beleuchtete unterschiedliche architektonische Objekte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Bewusst wurde die Burg nicht als singuläres Bauwerk behandelt, sondern in den Kontext herrschaftlicher Architektur im Allgemeinen zurückgeholt. Daher wurden in den Beiträgen Burgen, Sakralbauten, Zeughäuser, Brücken oder auch Rathäuser behandelt, und dabei immer in den Kontext von Landschaft und Gesellschaft eingebettet. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich vom hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, um so auch den Wandel nicht nur der architektonischen Formen, sondern auch ihrer Wahrnehmung aufzeigen zu können.

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Waffenkammern und Zeughäuser in Mittelalter und Früher Neuzeit zwischen Funktion und Repräsentation. Daniel Burger

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Waffenkammern und Zeughäuser in Mittelalter und Früher Neuzeit zwischen Funktion und Repräsentation Daniel Burger „Cum fortis armatus custodit atrium suum, in pace sunt ea, quae possidet.“ (Wenn der Tapfere sein Haus mit der Waffe beschützt, kann das Seine in Frieden bleiben) – Inschrift am Zeughaus auf dem Marienberg in Würzburg, ca. 1712. Einführende Bemerkungen zur Terminologie Der Besitz einer Waffe diente wohl seit Anbeginn nicht nur einem praktischen Zweck, sei es als Jagd-, Angriffs- oder Schutzwaffe, sondern auch zur Repräsentation einer gesellschaftlichen Stellung und finanziellen Potenz. Dies steigert sich umso mehr, je aufwendiger die Waffe in der Herstellung ist – kommen zudem rechtliche Be- schränkungen des Waffenbesitzes oder Waffentragens hinzu, wird die Waffe zu einem Statussymbol, die dem Besitzer sogar ins Grab folgt. In der einer Tagung geschulde- ten Kürze ist zu beleuchten, wie die Lagerung von Waffen über die rein funktional- praktische Lösung hinaus Teil der Repräsentationskultur des Mittelalters und der Neuzeit wurde.1 Am Beginn sollen ein paar terminologische Festlegungen stehen. Der lateinische Begriff „Armamentarium“ ist allgemein mit Waffenkammer zu übersetzen. Das „Rüst- haus“ oder die „Rüstkammer“ ist der Lagerraum für Schutzwaffen und andere Waffen bzw. militärische Ausrüstung, wobei übergroßes Gerät hier normalerweise ausgenom- men ist. Streng genommen bezeichnet der Ausdruck Kammer einen (ungeheizten) Raum innerhalb eines Gebäudes und verweist damit darauf, dass es sich hierbei um kein eigenes Bauwerk handelt. Der Begriff „Zeughaus“ beinhaltet den Begriff „Zeug“ für Kriegsgerät...

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