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Einfluss der IFRS auf die Rechnungslegungspraxis

Eine theoretische und empirische Analyse in ausgewählten Ländern der EU

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Thomas Kemper-Scharpegge

Kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU haben ihre Konzernabschlüsse seit 2005 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) zu erstellen. Ziel ist es, die Rechnungslegungsadressaten mit hochwertigen Informationen über die wirtschaftliche Lage zu versorgen. Fraglich ist jedoch, ob die IFRS-Einführung dies allein erreichen kann. So wird die Rechnungslegungspraxis nicht nur von Normen, sondern auch von institutionellen Faktoren beeinflusst. Anhand ausgewählter Eigenschaften von Ergebnisgrößen untersucht der Autor vor diesem Hintergrund, inwiefern die Umstellung auf die IFRS eine qualitative Veränderung der Rechnungslegungspraxis in ausgewählten Ländern der EU erkennen lässt. Daran anknüpfend geht er der Frage nach, inwiefern bestimmte Unternehmen besondere Anreize zu einer hochwertigen IFRS-Rechnungslegung haben.

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5 Empirische Untersuchung zum Einfluss der IFRS auf die Rechnungslegungspraxis

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5.1 Hypothesenbildung In den vorausgehenden theoretischen Betrachtungen ist deutlich geworden, dass die institutionellen Umfelder der Unternehmen in Deutschland, Frankreich und UK länderspezifische Besonderheiten aufweisen. Zusammenfassend weisen die organisierten Kapitalmärkte in den kontinentaleuropäischen Ländern Deutsch- land und Frankreich zumindest traditionell eine eher geringe Bedeutung auf, die Rechtssysteme sind als Code Law-Systeme mit unterschiedlichem Rechtsur- sprung und einem vergleichsweise ausgeprägten Gläubigerschutz zu klassifizie- ren und die handels- und steuerrechtlichen Rechnungslegungen sind zumindest auf Ebene des Einzelabschlusses relativ eng miteinander verknüpft. Das Enfor- cement-System ist in Deutschland als ein zweistufiges Enforcement-System ausgestaltet, während das Enforcement-System in Frankreich auf staatlicher Ebene angesiedelt ist. Die nationalen Rechnungslegungssysteme unterscheiden sich außerdem vergleichsweise stark von den IFRS. Demgegenüber lässt sich das institutionelle Umfeld in UK durch eine überwiegend auf organisierte Kapi- talmärkte fokussierte Unternehmensfinanzierung, durch ein Common Law- System mit einem hohen Grad an Anlegerschutz und durch ein von der informa- tionsorientierten Rechnungslegung weitgehend unabhängiges Steuersystem be- schreiben. Für das Enforcement ist in UK ein privatwirtschaftliches Gremium zuständig, und das nationale Rechnungslegungssystem weist deutliche Ähnlich- keiten zu den IFRS auf. Das institutionelle Umfeld in UK wird somit von typi- schen angelsächsischen Einflüssen geprägt und unterscheidet sich vergleichs- weise stark von den institutionellen Umfeldern in Deutschland und Frankreich. Während Rechnungslegung als ein Kommunikationsmittel in UK eine sehr hohe Bedeutung hat, werden Informationen in den beiden anderen Ländern auf- grund einer engen Bindung zwischen Unternehmen und Kapitalgebern häufig...

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