Show Less

Verdachtsberichterstattung

Medienberichterstattung über Straftatverdächtige

Series:

Nadine Kristin Keil

Die Kriminalität ist in vielfältiger Weise Thema der Berichterstattung. Der in den Medien geäußerte Straftatverdacht wirkt sich auf der einen Seite regelmäßig negativ und nachhaltig auf die Persönlichkeitsrechte des betroffenen Verdächtigen aus. Auf der anderen Seite ist die Öffentlichkeit an der Berichterstattung über Straftaten in besonderem Maße interessiert. Als Gefährten dieser sogenannten Verdachtsberichterstattung sind neben den Journalisten auch die Ermittlungsbehörden anzusehen. In der Arbeit wird dieses Konfliktfeld aufgearbeitet, seine Entwicklungen nachgezeichnet und Ansätze zur Lösung angeboten. Es wird insbesondere dafür plädiert, eine Berichterstattung bei Verwendung sogenannter Eingriffsverstärker sowie bei zu erwartenden schweren irreparablen Schäden für unzulässig zu erklären.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse in Thesen

Extract

A) Einleitung und kollidierende Rechte (1) Die Justiz ist in vielfältiger Weise Thema der Medienberichterstattung, wobei insbesondere die Kriminalität auf ein großes Interesse der Rezipien- ten stößt. In den Nachrichten wird über die unterschiedlichsten Delikte be- richtet, wobei die meisten davon faszinieren, abschrecken oder Betroffen- heit erzeugen. Die Kriminalberichterstattung dient dabei nicht lediglich der Informationsvermittlung, sondern bedient gleichzeitig das Interesse der Öf- fentlichkeit an Unterhaltung, wobei die Kriminalfälle entsprechend in Sze- ne gesetzt werden. (2) Maßgebend für das Informationsinteresse der Öffentlichkeit an einer Be- richterstattung über Kriminalfälle und den dazugehörenden Tatverdächti- gen sind nicht nur die Verletzung der allgemeinen Rechtsordnung, die Be- einträchtigung von Rechtsgütern der betroffenen Bürger oder der Gemein- schaft, die Sympathie den Opfern und ihren Angehörigen gegenüber, die Furcht vor Wiederholungen solcher Taten und das Bestreben, dem vorzu- beugen, sondern auch das legitime demokratische Bedürfnis nach Kontrolle der Strafverfolgungsbehörden und der Strafgerichte. (3) Die Massenmedien spielen eine nicht unerhebliche Rolle im Informations- und Sozialisationsprozess unserer heutigen Gesellschaft. Sie informieren über Kriminalität und deren Bekämpfung und Verfolgung. Ihnen kommt somit eine bedeutende Funktion zu, indem sie den Wissens- und Erkennt- nisstand der Bürger, denen es häufig an Selbsterfahrung in diesem Bereich fehlt, prägen. (4) Es werden in den Medien sehr häufig in emotionalisierender Art und Weise Vorgänge geschildert, in denen die Ermittlungen beziehungsweise das Strafverfahren noch gar nicht abgeschlossen sind. Wird über eine Person...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.