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Methodenkombination in der Metaphernforschung

Metaphorische Idiome des Lebens

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Tamàs Kispàl

Wenn man über das menschliche Leben spricht oder schreibt, benutzt man oft metaphorische Ausdrücke wie am Kreuzweg stehen oder sein Leben aufs Spiel setzen. Im ersten Teil der Arbeit geht der Autor der Frage nach, wie metaphorische Idiome im Rahmen der kognitiven Linguistik, unter kritischer Betrachtung der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson, untersucht werden können. Im empirischen Teil wird eine Sammlung von deutschen metaphorischen Lebens-Idiomen aus Wörterbüchern und aus dem Deutschen Referenzkorpus (IDS-Korpus) zusammengestellt und ihre Motiviertheit in Korpusbelegen untersucht. Die Idiome werden demnach nicht nur durch konzeptuelle Metaphern, sondern auch durch Symbole sowie etymologisches, kulturelles und enzyklopädisches Wissen motiviert.

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2. Die kognitive Metapherntheorie und ihre Kritik

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Im Jahre 1980 ist ein Buch des Linguisten George Lakoff und des Philosophen Mark Johnson erschienen (Lakoff/Johnson 1980 [2000]), welches einen großen Einfluss auf die Metaphernforschung ausgeübt hat. Lakoff und Johnson prägen zwar bis heute die kognitive Metapherntheorie, aber ihre Originalität wurde viel- fach bezweifelt und ihre Theorie wird auch laufend kritisiert bzw. erweitert. Obwohl sie seit 1980 mehrere neue Monographien oder Aufsätze zu diesem Thema geschrieben haben (Lakoff 1987, 1993, Lakoff/Johnson 1999, Johnson 1987), haben sie die Grundannahmen ihres Ansatzes trotz der zahlreichen kriti- schen Bemerkungen seitens namhafter Metaphernforscher – zwar etwas erwei- tert, allerdings – nicht richtig revidiert. Wie auch Dirven (2005: 50f.) bemerkt, hat die kognitive Metapherntheorie viel mehr innere und äußere Kritik als ande- re Subdisziplinen der kognitiven Linguistik – z.B. Langackers kognitive Gram- matik – erhalten. Die kognitive Metapherntheorie betrachtet sich von ihren Begründern bei- nahe als eine völlig neue Theorie. Demgegenüber kann man ziemlich viele Ge- danken dieser Theorie im früheren metapherntheoretischen Diskurs von zahlrei- chen Wissenschaftlern entdecken. Lakoff und Johnson halten auch nicht für nö- tig, auf die Vorläufer ihrer Theorie hinzuweisen. Lakoff/Johnson (1980 [2000]: 18) heben bloß die Rolle von Reddy (1979) hervor und erkennen an, dass Reddy die Alltagssprachlichkeit der Metaphern ein Jahr vor dem Erscheinen des Wer- kes Metaphors We Live By bereits betont hat, wenn er am Beispiel der Röhren- Metapher4 das metaphorische Denken (SPRACHLICHE AUSDRÜCKE SIND GEFÄßE FÜR BEDEUTUNGEN) veranschaulichte: „Reddy’s chapter on how we...

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