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Methodenkombination in der Metaphernforschung

Metaphorische Idiome des Lebens

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Tamàs Kispàl

Wenn man über das menschliche Leben spricht oder schreibt, benutzt man oft metaphorische Ausdrücke wie am Kreuzweg stehen oder sein Leben aufs Spiel setzen. Im ersten Teil der Arbeit geht der Autor der Frage nach, wie metaphorische Idiome im Rahmen der kognitiven Linguistik, unter kritischer Betrachtung der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson, untersucht werden können. Im empirischen Teil wird eine Sammlung von deutschen metaphorischen Lebens-Idiomen aus Wörterbüchern und aus dem Deutschen Referenzkorpus (IDS-Korpus) zusammengestellt und ihre Motiviertheit in Korpusbelegen untersucht. Die Idiome werden demnach nicht nur durch konzeptuelle Metaphern, sondern auch durch Symbole sowie etymologisches, kulturelles und enzyklopädisches Wissen motiviert.

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5. Methodologische Überlegungen zur Untersuchung „Metaphorische Idiome des Lebens“

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71 5. Methodologische Überlegungen zur Untersu- chung „Metaphorische Idiome des Lebens“ 5.1. Introspektive vs. korpusbasierte Ansätze in der kognitiven Metaphernforschung Die von Lakoff und Johnson praktizierte Methode ist die Introspektion. Geera- erts beschreibt diese Methode folgendermaßen: collect a number of expressions for an arbitrary target field in a given language, identify a common semantic denominator for them, and conclude that thàt ist the way the target field is conceptualized in the language, in other words, that thàt is the way people think in that language (Geeraerts 2006: 41) Durch die von Geeraerts (2006: 41) auch zugegebene karikierte Einführung der obigen Methode („It is, in fact, possibly the easiest form of linguistics that you can do in the domain of Cognitive Linguistics“) und die vereinfachte Formulie- rung möchte er auf die eingeschränkte Sichtweise der Vertreter dieser Methode aufmerksam machen. In seinem Kommentar zur Metaphern-Identifizierungs- Theorie von Crisp et al. (vgl. 2.1.2.) setzt sich zum Beispiel Kövecses (2002b) für den introspektiven Ansatz mit der Begründung ein, dass doch die meisten kognitiven Linguisten der Lakoffschen Theorie mit dekontextualisierten Meta- phern arbeiten. Auch wenn es heute immer noch viele Anhänger der traditionel- len introspektiven Methode gibt, lässt sich ein steigendes Interesse an empiri- schen Methoden in der kognitiven Linguistik und auch in der kognitiven Meta- phernforschung in den letzten Jahren erkennen (vgl. Geeraerts 2006, Know- les/Moon 2006: 74ff.). Geeraerts (2006: 38) unterscheidet innerhalb der korpus- basierten Methode zwischen der „corpus-illustrated research“, in...

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