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Probleme und Perspektiven sprechwissenschaftlicher Arbeit

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Edited By Ursula Hirschfeld and Lutz Christian Anders

Die Sprechwissenschaft entwickelt für das sprachlich-sprecherische Handeln von Menschen eine fachspezifische Problemsicht und eigenständige Lösungsansätze, die zugleich immer interdisziplinär geprägt sind. Ihre Arbeitsbereiche sind breit gefächert, sie reichen von klinischen Diagnose- und Therapieverfahren über rhetorische und sprechkünstlerische Fragestellungen bis zu normphonetischen Gegenständen und zur Sprachsynthese. Die hier zusammengestellten Publikationsfassungen von Vorträgen, die zu Ehrenkolloquien für Frau Prof. Dr. Eva-Maria Krech und Herrn Prof. Dr. Eberhard Stock gehalten wurden, und weitere Studien zu aktuellen Forschungsarbeiten, beinhalten grundsätzliche Überlegungen zur Positionsbestimmung und zu den Perspektiven einzelner sprechwissenschaftlicher Teildisziplinen. Sie zeigen die engen Zusammenhänge und Berührungspunkte der sprechwissenschaftlichen Teilbereiche und verschiedener benachbarter Wissenschaftsdiziplinen.

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Yvonne Anders Neue Medien — neue Rezeption in der Vortragskunst 71

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Neue Medien - neue Rezeption in der Vortragskunst Yvonne Anders, Berlin 1 Historische Aspekte Bis vor wenigen Jahren verband man mit dem Begriff Vortragskunst in erster Linie immer die direkte, auditiv-visuelle Kunstkommunikation, deren Präsenta- tion durch Rezitatoren oder Schauspieler vor einem Publikum in einem Vor- tragssaal oder in einem Theater stattfindet. In der jüngeren Vergangenheit ge- winnt neben dieser Darbietung mehr und mehr auch die indirekte, medien- vermittelte Vortragskunst eine zunehmende Beachtung und Eigenständigkeit für die Rezipienten; sie rückt damit stärker als je zuvor in den Mittelpunkt des öf- fentlichen Interesses. Die Ursache dafür ist, dass sich in den vergangenen Jah- ren bzw. Jahrzehnten neue und bessere Medien, d.h. neue Tonträger, etablierten und besondere Bedeutung für die Musikverbreitung in der Freizeit gewannen. Ihr Nutzungsgebiet erweiterte sich jedoch; in der Folge beförderten sie auch die Verbreitung von gesprochener Sprache, insbesondere sprechkünstlerischer Dar- bietungen. Damit nimmt die Darbietung auch von gesprochener Dichtung auf Tonträgern (mittels neuer Medien) wieder zu und schafft dadurch neue Formen der Rezeption. Die Urform eines Tonträgers, die erste Tonmaschine, war der von Thomas Alva Edison 1876 gebaute und 1877 patentierte Phonograph (griech. Schallschrei- ber). Er galt als Vorläufer des Grammophons (das ausschließlich ein Wiederga- begerät war) und erlaubte als weltweit erstes brauchbares technisches Gerät, gesprochene Sprache zu konservieren und zugleich akustische Phänomene des Sprachschalls zu untersuchen. Dieses erste erfolgreiche Schallspeicherverfahren beruhte auf dem Nadeltonverfahren und kann als ältestes Zeugnis der...

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