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«... notwendig und schön zu wissen, auf welchem Boden man geht»

Arbeitsbuch Uwe Kolbe

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Edited By Stefan Elit

Seit Mitte der 1970er Jahre entsteht Uwe Kolbes literarisches Werk. Zwar gibt es bereits wissenschaftliche Arbeiten zu einer Reihe seiner Gedichte sowie kleinere Darstellungen zu seinem Werk, ein umfassender Überblick liegt jedoch nicht vor. Anliegen des Bands ist es, in diesem Sinne Linien zu ziehen und Perspektiven aufzumachen. Er bietet dafür als Arbeitsbuch verschiedene Annäherungsformen (Interviews, Essays, Zeitzeugen- und Weggefährten-Äußerungen sowie kleinere künstlerische Texte) und gliedert sich in drei große Teile: Ein erster Bandabschnitt widmet sich Kolbes Leben und Werk bis zum Verlassen der DDR, ein zweiter Abschnitt versammelt Beiträge vor allem zum lyrischem Werk und internationalen Kontakten seit Mitte der 1980er Jahre und ein dritter Abschnitt wendet sich Kolbes neuestem Schaffen zu.

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Durch Zeit, Raum und Lebenswelten: Literarische Bezüge und Weltkontakte

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149 Verhältnisse stiften Ein Gespräch mit Uwe Kolbe zu Haltung und Schreiben* THOMAS WILD THOMAS WILD: Die Initiative zu diesem Gespräch ging von der Überlegung aus über ‚Haltung‘ zu sprechen – und zwar in Bezug auf Schreiben und Literatur. Dabei hast du Franz Fühmanns Essay Das mythische Element in der Literatur erwähnt – ein zentraler Text für Uwe Kolbe, wenn es um Fragen von ‚Haltung‘ und ‚Schreiben‘ geht?1 UWE KOLBE: Die Verbindung zur ‚Haltung‘ besteht für mich darin, wie Fühmann in diesem Essay umkreist, was nicht benennbar ist und worum es beim Schrei- ben dennoch die ganze Zeit geht – Poesie. Worte wie ‚Haltung‘ und ‚Poesie‘ sind selbstverständlich benutzte Worte oder Inhalte, Gegenstände oder Bilder, oder in gewisser Hinsicht Metaphern. Zwei Worte, zwischen denen eine eigen- artige Verbindung besteht: Haltung ist ein Wort, das man in Bezug auf Perso- nen benutzt, in Zusammenhang mit Kunst, mit Theater, mit Text. Oder man sagt es über Personen in meist kritischen Umständen – jemand hätte Haltung bewiesen, gewahrt, bewahrt. Was nun die Poesie angeht: Fühmann kommt auf seiner Suche nach einem Alternativbegriff zu der Wendung vom ‚mythischen Element‘. Man könnte auch vom poetischen Element oder der poetischen Es- senz sprechen – dem Warum man Gedichte schreibt und was darin der Mehr- wert ist, der nicht in der reinen Wörtlichkeit aufgeht. Etwas, das man nicht be- nennen kann. Das sind alles Näherungen. Ähnlich verhält es sich bei der Hal- tung. Ich...

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