Show Less

Sprache und Emotion in öffentlicher Kommunikation

Series:

Edited By Inge Pohl and Horst Ehrhardt

Öffentlichkeit gilt als inhomogener Entfaltungsraum gesamtgesellschaftlicher Kommunikation, in welchem das Emotionspotenzial von Texten eine dominierende Rolle einnehmen kann. Die Buchbeiträge verdeutlichen, dass thematisch-semantische Kämpfe heute stärker auf dem Feld des Emotionspotenzials ausgetragen werden, dass das Emotionspotenzial gegenwärtig medienstrategisch wirksam eingesetzt wird, um Rezipienten in ihren Wertvorstellungen zu beeinflussen, dass sich Textsorten aufgrund eines veränderten Verhältnisses von Privatem und Öffentlichem aktuellen Sprachgebrauchsbedingungen anpassen und dass sich neue oder modifizierte Kommunikationsräume auf das Verhältnis von Sprache der Nähe und Sprache der Distanz auswirken. Die Autorinnen/Autoren fokussieren entweder Elemente des Emotionspotenzials oder die textuell-ganzheitliche Emotionskodierung innerhalb von Sprachgebrauchsdomänen, Textsorten und Diskursen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

A DETERMINATION DES EMOTIONSPOTENZIALS IN DER TEXTUELLEN REALISIERUNG ÖFFENTLICHER KOMMUNIKATION

Extract

A 1 EMOTIONSPOTENZIAL UND SPRACHGEBRAUCHSDOMÄNEN JANJA POLAJNAR Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Rekontextualisierte Werbeslogans und Emotionen 1. Einleitung Wenn aktuelle Werbeslogans als sprachlich interessant, originär oder witzig empfunden werden, integrieren sie Sprecher unterschiedlicher Alters- und Sozialgruppen als eine Art geflügelte Worte – zumindest temporär – in das eigene Repertoire von Sprüchen und setzen sie, oft auch abgewandelt, im alltäglichen Sprachgebrauch zu persuasiven oder evaluativen Zwecken ein (vgl. Janich 2010:49). Außer in der Alltagssprache werden Werbeslogans häufig in Pressetexten verzeichnet (vgl. Androutsopoulos 1997; Lüger 1999; Betz 2006; Polajnar 2011), wo sie unterschiedliche textgliedernde und prag- matische Funktionen erfüllen und eine verallgemeinerte Bedeutung aufwei- sen (vgl. Polajnar i.Dr.). Werden einprägsame Werbeslogans nach ihrer Er- scheinung in Werbekampagnen1 unverändert, verkürzt oder modifiziert in neuen außerwirtschaftlichen Kommunikationssituationen bzw. Kontexten und Medien wiederverwendet, mit neuen Bedeutungen versehen und funktional ausdifferenziert, so wird dies hier als Rekontextualisierung bezeichnet (vgl. Polajnar 2011). Rekontextualisierte Werbeslogans stammen aus dem Bereich der Werbung, deren Ziel es ist, beim Konsumenten positive Affekte gegenüber einem Produkt auszulösen u.a. (vgl. Kroeber-Riel 1974:167). Deshalb ist bei Wer- beslogans, einem zentralen Baustein der Werbung, anzunehmen, dass sie mehrfach prädisponiert sind, Emotionen auszudrücken und zu thematisieren sowie Emotionen beim Leser zu evozieren. Darüber hinaus stehen rekontex- tualisierte Werbeslogans als satzwertige Phraseologismen durch ihre rheto- 1 Hier werden Werbeslogans als Bausteine der Werbung nicht als satzwertige Phra- seologismen aufgefasst. Erst durch ihre Rekontextualisierung in neuen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.