Show Less

Sprache und Emotion in öffentlicher Kommunikation

Series:

Edited By Inge Pohl and Horst Ehrhardt

Öffentlichkeit gilt als inhomogener Entfaltungsraum gesamtgesellschaftlicher Kommunikation, in welchem das Emotionspotenzial von Texten eine dominierende Rolle einnehmen kann. Die Buchbeiträge verdeutlichen, dass thematisch-semantische Kämpfe heute stärker auf dem Feld des Emotionspotenzials ausgetragen werden, dass das Emotionspotenzial gegenwärtig medienstrategisch wirksam eingesetzt wird, um Rezipienten in ihren Wertvorstellungen zu beeinflussen, dass sich Textsorten aufgrund eines veränderten Verhältnisses von Privatem und Öffentlichem aktuellen Sprachgebrauchsbedingungen anpassen und dass sich neue oder modifizierte Kommunikationsräume auf das Verhältnis von Sprache der Nähe und Sprache der Distanz auswirken. Die Autorinnen/Autoren fokussieren entweder Elemente des Emotionspotenzials oder die textuell-ganzheitliche Emotionskodierung innerhalb von Sprachgebrauchsdomänen, Textsorten und Diskursen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

B SPEZIFISCHE ELEMENTE LEXIKALISCHSEMANTISCHER, MORPHOSYNTAKTISCHER UND NONVERBALER REALISIERUNG VON EMOTIONEN

Extract

B SPEZIFISCHE ELEMENTE LEXIKALISCH- SEMANTISCHER, MORPHOSYNTAKTISCHER UND NONVERBALER REALISIERUNG VON EMOTIONEN CHRISTINE RÖMER Emotive vs. wertende Wörter – dargestellt am Beispiel der Verben 1. Einführung Anliegen des Beitrags ist es, aufzuzeigen, dass zwischen dem sprachlichen Ausdrücken von emotiven Befindlichkeiten und dem Äußern von bewerten- den/evaluativen Einstellungen zu Denotaten unterschieden werden muss. Der deutsche Verbwortschatz hält für beides ein reichhaltiges Repertoire bereit, das bisher noch nicht systematisch untersucht und erfasst wurde. In den Grammatiken kommen diese Verbklassen oftmals gar nicht vor. Da es bisher kaum Untersuchungen zur Semantik des gesamten Verbwort- schatzes gibt, kann im vorliegenden Beitrag kein umfassender, zusammenfas- sender Überblick über die Problematik der emotiven und evaluativen Voll- verben präsentiert werden. Das Ziel ist vielmehr die Notwendigkeit des Un- terscheidens von wertenden und emotiven Wörtern sowie den Zusam- menhang von Werten und emotionalem Reagieren zu fokussieren. Daneben sollen auch Anregungen für weiterführende Untersuchungen gegeben wer- den. 2. Der besondere Verbstatus Das Lexem Verb geht auf das lateinische verbum in der Bedeutung ‚Wort‘ zurück, das wiederum im Griechischen als Übersetzung für ‚Aussage‘ ver- wendet wurde (Dudengrammatik 2009:389). Diese Etymologie zeigt, dass den Verben von Anfang an ein besonderer Status eingeräumt wurde. Beson- ders Lucien Tesnière hat in der Grammatiktheorie die Position verstärkt, im Verb das wichtigste Element des Satzes zu sehen; dies wird heute teilweise in Zweifel gezogen, beispielsweise von Robin (2006) aus sprachhistorischer Sicht oder auch im Rahmen der Konstruktionsgrammatik, die in die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.