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Das Waldorf-Berufskolleg

Entwicklung und Ergebnisse einer neuen Oberstufengestaltung der Waldorfschule

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Edited By Peter Schneider and Inga Enderle

Das Waldorf-Berufskolleg (WBK) ist eine eigenständige und zeitgemäße Antwort der Waldorfpädagogik auf die Veränderungen im staatlichen Schulwesen im Zuge von PISA. Die erste Waldorfschule war 1919 als volkspädagogischer Impuls angelegt, als «Unterglied» einer grundlegenden gesellschaftlichen Evolution. Ausgangspunkt war die Idee einer neuen Kultur von Arbeit und Persönlichkeit durch eine Pädagogik mit «Hand und Fuß». Theoretisches und künstlerisches Lernen sollten mit einem qualifizierten praktischen und beruflichen Tun zu einer neuen allgemeinen Menschenbildung verschmolzen werden. Diesen Ursprungsimpuls der Waldorfpädagogik greift das Waldorf-Berufskolleg wieder auf.

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Vorwort

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Das Bildungswesen in Deutschland steht derzeit vor gewaltigen Herausforderungen. In den letz- ten Jahren wurde viel geforscht, verändert und erprobt. Im Mittelpunkt standen hier insbesondere die Kompetenzen, die Schüler1 im Laufe ihrer Schulzeit erlangen sollen. Darüber hinaus ist der gesellschaftliche Anspruch eines lebenslangen Lernens, der in den 70er Jahren aufkam, aktueller denn je. Durch was und vor allem wie werden heute junge Menschen auf ihre Zukunft vorbereitet? In der Regel wird das „Leben“, werden der Erfahrungsschatz der Menschheit und die Zusam- menhänge unserer Wirklichkeit in Fächer zerlegt, gut und vermeintlich schülergerecht aufberei- tet und im Klassenzimmer in möglichst leicht verdaubaren Häppchen unterrichtet. Dabei liegt der Fokus hier meist auch nur auf den sogenannten „kognitiven Fächern“. Der Lernbereich des künstlerischen, des praktischen, des wirtschaftlichen sowie des beruflichen Lebens kommt, wenn überhaupt, nur am Rande vor. Die Waldorfschulen verstehen sich als Vertreter einer besonders deutlich entwicklungsorientierten Pädagogik und haben dabei den Anspruch, den Unterricht ganzheitlich zu gestalten. Deshalb gehören außer kognitiven auch künstlerische und praktisch- handwerkliche Lernfelder zum Profil einer Waldorfschule. Der Bereich des wirtschaftlichen und des beruflichen Lebens kommt dabei leider auch hier häufig zu kurz. Man kann beobachten, dass künstlerische und handwerkliche Fächer zugunsten der Vorbereitung auf staatliche Abschlüsse, die zweifelsohne notwendig ist, immer öfter zurückgedrängt werden. Die Vorbereitung auf das Abitur, die allgemeine Hochschulreife, bekommt ein immer größeres Gewicht. Nur wenige Wal- dorfschulen haben in der Oberstufe die...

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