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Bilingualen Unterricht weiterdenken

Programme, Positionen, Perspektiven

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Edited By Bärbel Diehr and Lars Schmelter

Der Bilinguale Unterricht in Deutschland entwickelt sich derzeit zu einem Regelangebot. Bei dieser Entwicklung wird jedoch die sachfachliche Kompetenz in Theorie, Forschung und Praxis noch nicht im wünschenswerten Maße berücksichtigt. In der europäischen Diskussion um Content and Language Integrated Learning interessiert vor allem die fremdsprachliche Kompetenz. Die Rolle der schulischen Erstsprache sowie der Aufbau fachlicher Literalität in zwei Sprachen werden kaum berücksichtigt. Dieser Band bilanziert die Entwicklung des Bilingualen Unterrichts. Er vereint Beiträge aus Forschung, Ausbildung und Schule, die sich aus unterschiedlichen Fachperspektiven mit seinen derzeitigen Herausforderungen befassen. Eine konzeptuelle Klärung und Weiterentwicklung des Bilingualen Unterrichts sowie der darauf bezogenen Lehrerbildung scheinen notwendig. Dazu soll dieses Buch einen Diskussionsbeitrag leisten.

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Lars Schmelter: Bilingualer Geschichtsunterricht – (fremd-)sprachliche Herausforderungen bilingualen historischen Lernens

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37 Lars Schmelter Bilingualer Geschichtsunterricht – (fremd-)sprachliche Herausforderungen bilingualen historischen Lernens 1. Problemaufriss: Mehr Sprache als in anderen Fächern? Das Fach Geschichte ist nach Erdkunde das am häufigsten bilingual unterrichtete Fach in Deutschland (Mentz 2010; Theis 2010). Zurückzuführen ist dies zumindest in Teilen auf die deutsch-französischen Ursprünge der ersten bilingualen Bildungs- gänge, die Ende der 1960er-Jahre vereinzelt und in den 1970er-Jahren etwas zahl- reicher in der Bundesrepublik Deutschland eingerichtet wurden (Mäsch 2007; Werner 2007). Zielsetzung dieser Angebote war es, „eine besonders hohe Sprach- kompetenz und ein vertieftes kulturelles Verständnis der Bedingungen, die den französischen Nachbarn prägen,“ zu vermitteln (Mäsch 2007: 24). Aufgrund der angestrebten zweisprachigen und vor allem auch bikulturellen Kompetenz, die nach „Anwendung der Sprache in Fächern mit besonders starkem Kultur- bzw. Zivilisationsbezug“ verlangt, hat man sich in Deutschland für den bilingualen deutsch-französischen Unterricht vornehmlich auf die gesellschaftswissenschaft- lichen Fächer Erdkunde, Geschichte und Politik/Gesellschaftslehre festgelegt (Mäsch 2007: 31f; siehe auch Palmen 2007: 75f). Mittlerweile wird diese Vor- stellung einer engen Bindung einer nationalen Sprache an eine weitgehend ein- heitlich zu beschreibende nationale Kultur relativiert und fordert neue, nicht mehr nur pragmatische, sondern auch bildungstheoretische Begründungen bilin- gualen Unterrichts heraus (z. B. Breidbach 2007; 2010; Hallet 2007). Ebenso wird die Eignung der verschiedenen Fächer für bilingualen Unterricht zwischen- zeitlich anders gesehen. Fächer, von denen man ursprünglich nicht oder nur in geringem Umfang annahm, dass sie das Potenzial f...

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