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Das Recht auf den eigenen Tod und aktive Sterbehilfe unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten

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Ulrike Bernert-Auerbach

Die Arbeit leitet das Recht auf den eigenen Tod aus der apriorischen Menschenwürde her. Dabei werden die Wurzeln der Menschenwürde, die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und die verschiedenen Literaturmeinungen analysiert. Das Ergebnis überträgt die Autorin auf Menschen mit unheilbaren Krankheiten, welche psychisch gesund den Entschluss gefasst haben, nicht mehr leben zu wollen, diesen jedoch nicht mehr ohne die Hilfe Dritter umsetzen können. Die Zulässigkeit aktiver Sterbehilfe wird auf verfassungsrechtlicher Ebene, unter Beachtung der Schutzpflichten des Staates und der Eingriffsthematik in Grundrechte, diskutiert. Im Zusammenhang mit der Patientenverfügung stellt die Arbeit dar, dass selbst bei Zulässigkeit aktiver Sterbehilfe diese nicht mittels antizipierten Willens gefordert werden könnte.

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3. Kapitel

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I. Die rechtliche Institutionalisierung der Menschenwürde Einleitung Die Menschenwürde ist im ersten Artikel des Grundgesetzes zu rechtlicher Realität geworden. Für die Fragen dieser Arbeit ist das allein jedoch nicht ausschlaggebend. Vielmehr ist zu hinterfragen, ob bei der Institutionalisierung religiöse Begründungen/ Hintergründe Bedeutung erlangten, welche möglicherweise die Verneinung eines Rechts auf den eigenen Tod oder die Unzulässigkeit aktiver Sterbehilfe auf Grund- lage der Menschenwürde als Resultat nach sich zögen. Des Weiteren ist zu unter- suchen, ob der auf Kant beruhende apriorische Begründungstyp mit den Grund- gedanken des Grundgesetzes vereinbar ist, welchen Inhalt und welche rechtliche Qualität der Menschenwürdebegriff im Grundgesetz erlangt hat, wie sich die Recht- sprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Menschenwürdebegriff verhält und ob eine allgemein gültige Definition durch das Bundesverfassungsgericht oder die Lehre erstellt wurde. 2. Vorboten des Art. 1 Absatz 1 Satz 1 GG a) Einleitung Die Konflikte um Einführung und Durchführung neuer Verfassungsformen in der ers- ten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Unterdrückungspolitik Metternichs gegen die Versuche liberaler Staatsgestaltung führten zu einer Steigerung des Kampfes um Menschen- und Bürgerrechte. In die Verfassungen deutscher Staaten nach 1815 wurden bürgerliche, öffentliche und Privatrechte aufgenommen, welche dem einzel- nen einen erhöhten Schutz und eine staatsfreie Sphäre garantierten640. Die Idee des gemäßigten Staates blieb mit der Idee der fundamentalen Rechte aufs Engste ver- bunden. Die Frankfurter Nationalversammlung von 1848 schob die Beratung über die Grundrechte...

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