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Das Recht auf den eigenen Tod und aktive Sterbehilfe unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten

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Ulrike Bernert-Auerbach

Die Arbeit leitet das Recht auf den eigenen Tod aus der apriorischen Menschenwürde her. Dabei werden die Wurzeln der Menschenwürde, die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und die verschiedenen Literaturmeinungen analysiert. Das Ergebnis überträgt die Autorin auf Menschen mit unheilbaren Krankheiten, welche psychisch gesund den Entschluss gefasst haben, nicht mehr leben zu wollen, diesen jedoch nicht mehr ohne die Hilfe Dritter umsetzen können. Die Zulässigkeit aktiver Sterbehilfe wird auf verfassungsrechtlicher Ebene, unter Beachtung der Schutzpflichten des Staates und der Eingriffsthematik in Grundrechte, diskutiert. Im Zusammenhang mit der Patientenverfügung stellt die Arbeit dar, dass selbst bei Zulässigkeit aktiver Sterbehilfe diese nicht mittels antizipierten Willens gefordert werden könnte.

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Abschließende Thesen

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: • Das Bewusstsein des Menschen hinsichtlich seiner Endlichkeit zeichnet ihn ge- genüber allen anderen Lebewesen aus. Dieses Bewusstsein, auch das potentiel- le, nicht realisierbare, ist der innere Ursprung der Menschenwürde. • Aus der Menschenwürde folgen das „Seins-Recht“ und das „Nicht-Seins-Recht“ als die ursprünglichsten Rechte des Menschen. • Menschenwürde ist apriorisch, sie verfügt über eine innere (unverlierbare) und eine äußere (verletzbare) Seite. • Aposteriorische Begründungsansätze für die Menschenwürde sind abzulehnen. • Durch den apriorischen Charakter der Menschenwürde wird ihrer Transzendenz Rechnung getragen und die Menschenwürde kann als unantastbarer, überzeitli- che Geltung beanspruchender, kollisionslösender Maßstab Wirkung entfalten. • Die positiv-rechtliche Begriffsbestimmung der Menschenwürde bietet die zu ver- hindernde Möglichkeit, bestimmte Menschen aus dem Anwendungsbereich der Menschenwürde herauszudefinieren. • Pico della Mirandola benannte durch seine Beschreibung des Menschen als schöpferischen Bildhauer – Plastes et fictor – erstmals das potentielle menschli- che Entwurfsvermögen. • Die innere Seite der Menschenwürde liegt in der potentiellen Fähigkeit des menschlichen Entwurfsvermögens. • Die äußere Seite der Menschenwürde liegt in der Entfaltung und Realisierung des Entwurfsvermögens. • Die innere Seite der Menschenwürde kann einen Bezug zur äußeren Seite er- halten, wenn Bereiche betroffen sind, die die genuine Autonomie des Menschen und dessen Selbstbestimmung betreffen, wenn es sich somit um radikal wesens- bestimmende Merkmale handelt. • Jeder Mensch, völlig unabhängig seiner körperlichen und/oder geistigen Verfas- sung hat die gleiche Menschenwürde. • Kant formulierte erstmals eine weltliche Struktur von Menschenwürde. 251 • Der...

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