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Vom Umgang mit Helden

Das Museum Nibelungen(h)ort Xanten- Bestandsaufnahme und Museumskatalog

Ralph Trost

Die Nibelungen – große europäische Sage, Mythos um Aufstieg und Untergang, Liebe und Hass, Treue und Verrat. Kaum eine andere Geschichte hat Kultur, Gesellschaft und Politik im deutschsprachigen Raum derart geprägt wie diese. Entstanden als Teil der europäischen Sagenfamilie, sind die Geschichten um Helden und ihre Mythen zunächst mündlich weitergegeben worden. Im 12. Jahrhundert dann wurden verschiedene dieser Sagen zum Nibelungenlied zusammengefasst. Anfang 2010 eröffnete der Nibelungen(h)ort Xanten als ein Museum, das die Rezeptionsgeschichte des Mythos darstellt: von der Zeit der Völkerwanderung über das Mittelalter, das 18. und 19. Jahrhundert, den Missbrauch im 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das Buch ist gleichzeitig Bestandsaufnahme der Dauerausstellung von Mitte 2012 und Museumskatalog mit rund 100 Fotos.

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2. Besungene Helden

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Xantens mittelalterliche Geschichte ist, trotz schwerer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, noch heute im Stadtbild deutlich sichtbar. Das Museum Nibelungen(h)ort Xanten befindet sich in Gebäuden, die zum Teil noch heute Spuren ihrer hochmittelalterlichen Geschichte zei- gen. So auch die Mauerreste der ehemaligen Bischofsburg, dem heu- tigen Ziegelhof, der zum Außengelände des Museums gehört. Wehrgang Nibelungen(h)ort (rt) 22 Im Wehrgang, durch den die Ausstellung führt, sind deutlich die verschiedenen Bauepochen der einst mit Erde verfüllten Mauern zu erkennen. Sie reichen von der Gegenwart bis ins 14. Jahrhundert zurück, viele der in Xantens ältester Stadtmauer verbauten Ziegel stammen aus der römischen Stadt. Von dort holten sich nämlich die Menschen im Mittelalter das Baumaterial für die Kirche und ihre Häuser. Postkarte Xanten, Bahnhofstraße. Mit Blick auf Meerturm, Reste Wehrgang und (hinten links) Mitteltor, Anfang 20. Jahrhundert (NHX PB/07/0006). Die Mauerreste der Bischofsburg befinden sich hinter dem Haus in Front am „Ziegelhof“. 2.1 Bischofsburg, Mitteltor, Wehrgang und Meerturm Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Bischofsburg 1096, als 60 dort unter dem Schutz des Kölner Erzbischofs stehende Juden 23 einem Pogrom zum Opfer fielen. Die spätgotische Burg war eine Anlage militärischen Charakters ohne Fenster, die seit 1389 durch einen „Wehrgang“ mit dem Meerturm verbunden war. Der Wehr- gang war Teil der ebenfalls im späten 14. Jahrhundert angelegten Stadtbefestigung Xantens. Bischofsburg, Mitteltor, Wehrgang und Meerturm sind auf diese Weise zu einer Verteidigungsanlage ver- schmolzen. Urkundliche Überlieferungen...

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