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Studieren mit Behinderung

Theoriebildung und Praxis des Zugangs (Access) zum Hochschulstudium für Menschen mit Behinderung

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Olga Meier-Popa

Die UN-Behindertenrechtskonvention (2006) fördert den gleichberechtigten und benachteiligungsfreien Zugang von Menschen mit Behinderungen auf allen Bildungsstufen. Dies eröffnet nicht nur in der Schweiz, sondern für den gesamten deutschsprachigen Raum neue Perspektiven und treibt die Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen voran. Welches Verständnis von Behinderung ermöglicht die Identifizierung der Probleme und die Entwicklung von strategisch-operativen Ansätzen? Die unabweisbar komplexe Problemlage wird an der Beratungsstelle Studium und Behinderung der Universität Zürich mit der lösungs- und ressourcenorientierten Theorie U von C. Otto Scharmer angegangen. Zu den Ergebnissen des Forschungs- und Lernprozesses gehört die Entwicklung eines Zugangs-(Access-)Modells im Kontext Hochschulstudium.

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Vorwort der Verfasserin

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Der Anspruch eines Menschen mit Behinderung auf tertiäre Bildung ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Die schweizerische tertiäre Bildung, auch wenn per se offen für alle Menschen mit den erforderlichen Qualifikationen, ist noch immer wenig geübt, Studierende mit Behinderung aufzunehmen und zu betreuen. Die Beratungsstelle Studium und Behinderung der Universität Zürich nimmt seit über dreissig Jahren die Rolle einer Drehscheibe wahr zwischen den Be- dürfnissen und Anforderungen der Menschen mit Behinderung und den Studien- anforderungen. Obwohl die benachteiligungsfreie Partizipation der Betroffenen am Studium nach systemischen Veränderungen verlangt, sind diese bis jetzt kaum realisiert worden. Als ich im Mai 2003 die Leitung der Beratungsstelle übernahm, verfügte ich, zusätzlich zu den Erfahrungen als Ärztin für Allgemeine Medizin, über acht Jahre Praxiserfahrung in der Arbeit mit Menschen mit schweren Beeinträchti- gungen und über einen Abschluss in Sonderpädagogik an der Universität Zürich, als Zweitstudium. Das Verknüpfen von Theorie und Praxis hat mir dabei stets geholfen, den Balance-Akt zwischen Professionalität und Emotionalität in mei- ner Arbeit zu reflektieren. Die Arbeit für und mit Menschen mit Behinderung ist gekennzeichnet durch eine eigene Dramatik, wobei die sonderpädagogisch Tätigen „im strukturanalo- gen Spannungsfeld wie ihre Schülerinnen und Klientinnen“ leben (Schley 1999, S. 57). Als Troubleshooter in Situationen von Behinderung an der Universität Zürich merkte ich auch öfters, wie fremd und ungewöhnlich diese Situationen den Universitätsangehörigen ohne Behinderung sind. Die Realisierung der...

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