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Die Auswirkungen der englischsprachigen Hochschullehre in Deutschland auf das Deutschlernen in China

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Jun He

Diese Arbeit untersucht, ob sich die Einführung der englischsprachigen Studiengänge an deutschen Hochschulen auf das Deutschlernen in China negativ und schädigend auswirkt. Der erste Schritt ist dabei die Recherche von Dokumenten und Verlautbarungen der bildungs- und hochschulpolitischen Organisationen, um diesbezügliche sprachenpolitische Zusammenhänge herauszuarbeiten. Hinzu kommt die Erhebung von Daten mittels Fragebögen unter chinesischen Deutschlehrenden und -lernenden sowie chinesischen Studierenden in internationalen Studiengängen deutscher Hochschulen. Die empirischen Befunde werden schließlich im Zusammenhang mit der aktuellen Konstellation der deutschen Sprache in China ausgewertet und interpretiert. Abschließend gibt die Arbeit differenzierte, neue Impulse zum Erhalt bzw. weiteren Ausbau von Deutsch als Fremdsprache in China.

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A. Einleitung

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1. Fragestellung Angesichts des Vordringens des Englischen als Lingua franca in fast allen wich- tigen Bereichen oder Domänen verliert Deutsch als ehemalige Weltwissen- schaftssprache zunehmend an Bedeutung. „Die Spitzenforschung spricht Eng- lisch“ (Markl 1986: 20) – diese bereits vor mehr als 20 Jahren von dem damali- gen Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Hubert Markl, formulierte Äußerung macht in expliziter Weise deutlich, dass seit langer Zeit verstärkt Deutsch als Wissenschaftssprache unter Statusverlust leidet. Dies gilt insbesondere für die Naturwissenschaften, in denen wissenschaftliche Publikati- onen weltweit zu kaum noch einem Prozent auf Deutsch veröffentlicht werden (vgl. Ammon 1998: 152; 2010: 318). In der wissenschaftlichen Gemeinschaft (scientific community), wiederum vor allem in den Naturwissenschaften, be- dient man sich in verstärktem Maße nur des Englischen, nicht selten auch für den internen Wissenschaftsbetrieb. Entsprechend spielt Englisch im Bereich der Wissenschaft einschließlich der Hochschullehre in Deutschland eine zunehmend wichtige Rolle. Gegenüber der Etablierung des Englischen als internationale Wissenschaftssprache und dessen häufigen Gebrauch an deutschen Hochschulen zeigt die Mehrheit der Akademiker1 eine positive Haltung, wie man dem Ergeb- nis einer Online-Umfrage, die an der TU Braunschweig unter Dozenten, Studie- renden, Verwaltungs- und Technikpersonal durchgeführt wurde (N=2291), ent- nehmen kann (vgl. Gnutzmann/Intemann/Janßen/Nübold 2004). Laut dem Er- gebnis beurteilen 60% der Befragten die Entwicklung des Englischen zur inter- national dominierenden Wissenschaftssprache als positiv und 37% bleiben neut- ral, während nur eine winzige Minderheit (3%) dem zunehmenden Einfluss des Englischen negative Gefühle entgegenbringt...

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