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Die Auswirkungen der englischsprachigen Hochschullehre in Deutschland auf das Deutschlernen in China

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Jun He

Diese Arbeit untersucht, ob sich die Einführung der englischsprachigen Studiengänge an deutschen Hochschulen auf das Deutschlernen in China negativ und schädigend auswirkt. Der erste Schritt ist dabei die Recherche von Dokumenten und Verlautbarungen der bildungs- und hochschulpolitischen Organisationen, um diesbezügliche sprachenpolitische Zusammenhänge herauszuarbeiten. Hinzu kommt die Erhebung von Daten mittels Fragebögen unter chinesischen Deutschlehrenden und -lernenden sowie chinesischen Studierenden in internationalen Studiengängen deutscher Hochschulen. Die empirischen Befunde werden schließlich im Zusammenhang mit der aktuellen Konstellation der deutschen Sprache in China ausgewertet und interpretiert. Abschließend gibt die Arbeit differenzierte, neue Impulse zum Erhalt bzw. weiteren Ausbau von Deutsch als Fremdsprache in China.

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D. Konstellation der internationalen Studiengänge an deutschen Hochschulen

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1. Rahmenbedingungen: Die Internationalisierung der deutschen Hochschulen 1.1 Ziel der Steigerung der internationalen Attraktivität des Studien- und Wissenschaftsstandorts Wenn auch Internationalität schon immer Teil des Wesens von Wissenschaft war, so hatte sie bis in die Mitte der 1990er Jahre für die Lehre im Wesentlichen le- diglich eine begleitende Sekundärfunktion (Isserstedt/Schnitzer 2002: 11). Ende der 1990er Jahre sind weltweit zunehmend ein Trend zur international orientier- ten Ausbildung und ein hieraus hervortretender Bildungsexportmarkt, auf dem sich der Wettstreit der Länder um die Bildungseliten verstärkt, zu verzeichnen. Darauf reagieren deutsche Hochschulen auch mit Europäisierungs- bzw. Interna- tionalisierungsbestrebungen, die im Zeichen des Bologna-Prozesses stehen. Da- mit wird angestrebt, dem Missstand, dass die Anzahl der ausländischen Studie- renden an deutschen Hochschulen absinkt, entgegenzuwirken. Das sich ab- schwächende Interesse ausländischer Studierender am Studienstandort Deutsch- land lässt sich auf folgende hemmend bzw. ungünstig wirkende Faktoren zu- rückführen: Ungenügende Internationalisierung der deutschen Hochschulen (vgl. Hellmann/Pätzold 2005: 23). Das bewährte Studiensystem mit Diplom, Ma- gister und Staatsexamen beinhaltet kein international vergleichbares Kredit- punktsystem, auf dessen Basis die internationale Anrechenbarkeit und Aner- kennung von Studienleistungen gewährleistet werden. Es führt auch nicht zu weltweit anerkannten und kompatiblen Abschlüssen, die einer europaweit, besonders in angelsächsischen Ländern genormten Hochschulstruktur gerecht werden. Hingegen orientieren sich eine Reihe von Herkunftsländern, aus de- nen die Mehrzahl der Bildungsausländer an deutschen Hochschulen stammt, an diesem international als Vorbild dominierenden, zweistufigen Studiensys- tem mit...

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